Nach spontan humorvollen Anfängen entwickelte Rüegg konsequent seinen Stil als Komponist, Arrangeur und Orchesterleiter. Die Arbeit des VAO manifestiert sich in speziellen Projekten, die z. T. Genregrenzen überschreiten, z. T. die eigenen historischen Voraussetzungen reflektieren, wobei sowohl das amerikanische als auch das europäische Erbe relevant werden. In neuerer Zeit werden konsequente dramaturgische und auch visuelle Gestaltung wichtig. Nach dem Anfangserfolg vom Tango From Obango folgten u. a. From No Time To Ragtime, The Minimalism Of Eric Satie, Fe & Males, La Belle et La Bête, European Songbook, Nine Immortal (Non)Evergreens For Eric Dolphy, Ballads, American Rhapsody, Duke Ellington’s Sound Of Love, All That Strauss, Artistry In Rhythm, A Centenary Journey und Art & Fun. Besondere Beachtung verdient nicht zuletzt die ab 1984 mehrfache Zusammenarbeit mit dem Dichter Ernst Jandl (1925–2000). Die Besetzung des VAO entsprach zunächst dem einer kleineren Big Band, oft mit speziellen Instrumenten und Klangfarben wie dem Vibraphon (Woody Schabata), der Violine (Rudi Berger), der Tuba (J. Sass) und immer wieder der weiblichen Stimme (L. Newton, Urszula Dudziak, Anna Lauvergnac). In neuerer Zeit entspricht die Besetzung der Big Band-Standardgröße. Zahlreiche bedeutende internationale und die Mehrzahl der besten österreichischen Jazzmusiker spielten oder spielen im VAO, u. a die Trompeter K. „Bumi“ Fian, Herbert Joos und Hannes Kottek, die Posaunisten Ch. Muthspiel und Ch. Radovan, die Saxophonisten F. Bramböck, K. Dickbauer, H. Gradischnig, W. Puschnig und H. Sokal, die Vibraphonisten W. Pirchner und W. Schabata, der Pianist U. Scherer, die Bassisten Heiri Känzing und G. Breinschmidt, die Schlagzeuger J. Dudli und Mario Gonzi. Das VAO absolvierte bislang (2006) über 800 Konzerte in 50 Ländern.
W: mehr als 35 Tonträger.
Lit: M. Rüegg (Hg.), VAO 1977–97, 1997; www.vao.at (4/2006).
RW