Sohn des k. k. 1. Hofbibliothekars Johann V. de P. Studierte Jus. 1827–72 als Beamter tätig, trug zum Abschluss vieler Staatsverträge und zum Zustandekommen zahlreicher Gesetze wesentlich bei. Musikalische Studien bei M. Leidesdorf, S. Sechter, I. Moscheles, J. H. Vořišek, Gesang bei J. M. Vogl und G. Ciccimara. Vogl förderte sein Talent zum Liederkomponisten, gemeinsam mit Fr. Schubert war er oft bei Vogl zu Besuch. Bald wurde sein Haus zum Ort musikalischer Veranstaltungen, er gab selbst als Tenor Aufführungen eigener Kompositionen, die er unter dem Pseudonym J. Hoven schuf. Er nahm Anteil an der Rekonstruierung der nach 1848 von der Auflösung bedrohten Gesellschaft der Musikfreunde und wurde deren Vizepräsident, gleichzeitig förderte er den Bau des Konservatoriums der GdM, dessen Direktor er wurde. V. war Mitglied der kaiserlichen Kommission für die Weltausstellung 1873 und betätigte sich als Sammler von Autographen.
P: Erblicher Freiherrenstand 1866; Mitglied des Herrenhauses des österr. Reichsrates 1876; Geheimer Rat; Ritterkreuz des Leopold- u. des St. Stephans-Ordens; Große goldene Medaille f. Kunst u. Wissenschaft; Großoffizier- , Commandeur- , Ritterkreuze mehrerer Länder.
W: Opern (Turandot UA 1838, Johanna d’Arc UA 1840, Liebeszauber UA 1845, Ein Abenteuer Carl des Zweiten UA 1850), Lieder (s. Abb.), Kirchenmusik, Orchesterwerke, Streichquartette.
Schr: zahlreiche Schriften, u. a. Das musikalische Autorrecht – eine juristisch-musicalische Abhandlung Wien 1864.
Lit: Wurzbach 50 (1884); J. V. v. P. (J. Hoven), Eine Lebensskizze aus Briefen u. Tagebuchblättern zusammengestellt 1887; H. Schultz, J. V. v. P. 1803–1883, 1930; H. Ibl, Studien zu J. V. v. P.’s Leben u. Opernschaffen, Diss. Wien 1949; E. Hanslick, Gesch. des Concertwesens in Wien 1 (1869); E. Hanslick, Musikalisches Skizzenbuch 1888; F.-S. Gassner, Universal-Lexicon der Tonkunst. Neue Handausg. 1847; L. M. Kantner in StMw 42 (1993).
MJ