Torelli, Giuseppe
* 22.4.1658 Verona/I, † 8.2.1709 Bologna/I. Komponist, Violinist und Violinlehrer.

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er wahrscheinlich von Giuliano Massaroti in Verona, Komposition studierte er bei G. A. Perti. Nach seiner Tätigkeit als Violinist im Dom zu Verona 1683/84 wurde er als Violinist an der Accademia Filarmonica in Bologna aufgenommen, wo er wahrscheinlich ab 1692 auch als Komponist („compositore“) tätig war. 1686 wurde er Violettaspieler in der Kapelle der Basilika San Petronio in Bologna. Im Mai 1697 hielt er sich zusammen mit Antonio Pistocchi in Berlin auf. 1698 wurde er „maestro di concerto“ in Ansbach/D. Danach weilte er zwischen Dezember 1699 und März 1700 in Wien, wo dem Anschein nach sein Oratorium Adam aus dem irrdischen Paradiess verstossen entstand und er auch Pertis Cantate morale e spirituali op. 1 (Leopold I. gewidmet) aufführte. 1701 ging er nach Bologna zurück.

T. Zählt zu den wichtigsten italienischen Instrumentalkomponisten seiner Zeit, der sich maßgeblich an der Entwicklung von Instrumentalformen wie Concerto grosso, Concerto (Konzert) sowie der Triosonate beteiligte und zahlreiche Werke für Trompete schrieb. In diesem Zusammenhang ist sein offenkundiger Einfluss auf die Entwicklung des Violinstils und des Concerto grosso-Prinzips in Wien von Bedeutung.

W: Oratorium Adam aus dem irrdischen Paradiess verstossen (verschollen, Libretto A-Wn); Instrumentalmusik: Drucke: Sonate a tre op. 1 (Bologna 1686), Concerto da camera op. 2 (Bologna 1686), Sinfonie op. 3 (Bologna 1687), Concertino per camera op. 4 (Bologna 1688), Sinfonie a 3 e concerti a 4 op. 5 (Bologna 1692), Concerti musicali op. 6 (Augsburg 1698), Concerti grossi con una pastorale per il SS Natale op. 8 (Bologna 1709); zahlreiche hs. überlieferte Instrumentalwerke in I-Bsp, D-Dlb und A-Wn (Este-Musik-Slg.: 4 Violinsonaten [Sign. E.M. 50, 55] u. 4 Concerti [Sign. E.M. 143, 147]).

Lit: EitnerQ 9 (1903); F.-J. Fétis, Biographie universelle des musiciens et Bibliographie générale de la musique 8 (1844); NGroveD 25 (2001); F. Giegling, G. T.: ein Beitrag zur Entwicklungsgesch. des ital. Konzerts 1949; F. Bose in AfMw 22 (1965); E. Enrico, The Orchestra at San Petronio in the Baroque Era 1976; P. Allsop, The Italian Trio Sonata from its Origins until Corelli 1992; D. Glüxam, Instrumentarium u. Instrumentalstil in der Wr. Hofoper zw. 1705 u. 1740, maschr. Hab.schr. Wien 2005.

DG