Tombeau
Zunächst ein Grabgedicht oder -gesang (nach frz. tombeau = Grabmal), schließlich auch eine Instrumentalkomposition in Erinnerung eines Verstorbenen.

In gewisser Weise als Vorbilder können z. B. Dichtungen wie Guillaume Crétins Déploration zum Tode Johannes Ockeghems (1497) gelten. Instrumentale T.s fanden dann besonders im 17. Jh. von Frankreich aus durch Lautenisten und Clavecinisten größere Verbreitung, wurden auch hierzulande bekannt und z. B. durch J. J. Froberger, J. de Saint Luc und Rochus Berhandtzky (* ca. 1660 Schwalbach/D) aufgegriffen. Eine gewisse Verbindung mit Zupfinstrumenten blieb auch in Wiederaufnahmen des 20. Jh.s (z. B. den Quatre Tombeaux für Gitarre von R. Dünser) erhalten; verallgemeinert wurde der Ausdruck z. B. von G. Sinopoli (T. d’Armor I–II, für den steirischen herbst 1981).

Lit: Ch. van den Borren in O. Wessely (Hg.), [Fs.] E. Schenk 1962; R. Flotzinger in StMw 27 (1966); TMA 2 (1965) u. 8 (1974).

RF