Timmer (Timer), Familie
Mathias: * ca. 1662 (Ort?), † 15.9.1742 Wien. Chorregent und Musiker.

War um 1697 Regens chori an der Wiener Dorotheerkirche (Wien I) und erscheint bei seinem Tod als „Musicus bey St. Stephan“. Von seinen sieben Söhnen waren bis zu sechs als Musiker tätig, die in der Literatur häufig verwechselt bzw. vermischt wurden. Im Archiv der GdM befindet sich eine Sammlung von Violinvariationen, in der jede Variation von einem anderen Familienmitglied geschrieben wurde (Thema vermutlich von L. T.). Seine Söhne

Joseph: * 1696 Wien, † 27.8.1750 Wien. Sänger (Tenor), Violinist, Komponist. War möglicherweise Sängerknabe an St. Stephan, wo vielleicht J. M. Zacher oder J. J. Fux sein Lehrer war. Danach wurde er als Violinist Hofscholar, 1719 erfolgte auf die Fürsprache Fux’ seine Aufnahme als Sänger in die Hofmusikkapelle (bis 1750). Sang auch an St. Stephan. J. T. sang bzw. spielte weiters in den Hofkapellen der Kaiserinnen Amalia Wilhelmine (1673–1742; Witwe K. Josephs I.) und Elisabeth Christine (1691–1750; Witwe K. Karls VI.). Seine Söhne Joseph Nepomuk (* 1726 Wien?, † 8.1.1750 Wien) und Johann Karl (* 1733 Wien, † 1.2.1761 Wien) starben als Musiker in jungen Jahren.

W: Violinkonzerte?

Franz Joseph: * ca. 1697 Wien, † zw. 17.11./8.12.1731 Wien. Violinist. War 1708–28 Gesang-Scholar in der Hofmusikkapelle, der er als Violinist 1721–31 angehörte. Er spielte auch in den Kapellen von Amalia Wilhelmine und Eleonora Magdalena (1655–1720; Witwe K. Leopolds I.).

Joseph Carl: * 1698 Wien, † 19.11.1785 Wien. Musiker. Soll Mitglied der Kapelle des Hzg.s Franz Stephan v. Lothringen, des späteren K.s Franz I. (Maria Theresia [I]) gewesen sein. Bei seinem Tod erscheint er als „pensioniert[er] k. k. Kammermusikus“.

Leopold: * 1701 Wien, † 21.10.1757 Wien. Kammerdiener, Musiker, Komponist. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt, anlässlich seiner Verehelichung 1738 erscheint er als Kammerdiener und Kammermusikdirektor des Hzg.s Franz Stephan v. Lothringen (K. Franz I.).

W: Amarilli e Nise 1727 (pastorale Kantate f. 2 Singstimmen u. Orch.), Concerto a 4tro [recte: 5], Intrada, Partiten.

Joseph Ferdinand (Joseph d. J.): * 1708 Wien, † 11.6.1771 Wien. Sänger (Tenor), Hofbeamter, Komponist. Gehörte zunächst 1728/29 als Sänger mit sehr geringem Gehalt der HMK an, tauschte die Stelle aber gegen die einträglichere eines Kammerdieners. Seine musikalischen Aktivitäten waren geringer als die seiner Brüder, beruflich stieg er jedoch bis zum Schlosshauptmann des Schlosses Belvedere (Wien IV) auf. Er war zwar der bekannteste T., seine Kompositionen werden jedoch – obwohl z. T. gedruckt – als unattraktiv eingestuft (NGroveD).

W: 3 Messen, Violinkonzerte, Violinsonaten, Klaviersonaten.

Anton: * 1706 Wien, † 7.11.1764 Wien. Kammerdiener und Instrumentalist?. Dürfte ebenfalls der Kapelle von Hzg. Franz Stephan von Lothringen (K. Franz I.) angehört haben. Der siebente Bruder, Ignaz (?–?), trat in den Minoritenorden ein.

Lit: MGG 13 (1966); NGroveD 25 (2001); H. Vogg, Franz Tuma (1704–1774) als Instrumentalkomponist nebst Beiträgen zur Wr. Musikgesch. des 18. Jh.s (Die Hofkapelle der Kaiserin-Witwe Elisabeth Christine), Diss. Wien 1951, 81–87; K-R 1997; Wurzbach 45 (1882); EitnerQ 9 (1903); Köchel 1869; Dlabacž 1815; MGÖ (1995); WStLA (TBP 1731 [26.12.], 1742, 1750, 1757, 1761, 1764, 1771, 1785; Portheim-Kat.).

ChF