Sohn eines fürstlichen Hammerwerksverwesers und einer geborenen Berchtold zu Sonnenburg, war mit M. A. Mozart verschwägert. Er genoss eine mehrjährige Lehrerausbildung, wandte sich aber dann der Beamtenlaufbahn zu und wurde Amtsschreiber bei k. u. k. Rentämtern, zuletzt in Salzburg. 1841 wurde er Verwalter des Leihhauses der Stadt Salzburg (1843 definitiv). Eigene Sammlungen seit 1834; 1835 erste Ausstellung als Grundstock für das spätere von ihm gegründete Museum Carolino Augusteum. Der Aufruf zu Schenkungen brachte auch Liedersammlungen zutage, die die Grundlage für sein Hauptwerk auf dem Gebiet der Volksliedforschung bildeten. Sein Interesse Volksliedern war ein vorwiegend kulturhistorisches; er ist der erste Volksliedsammler im heutigen Österreich, der Gewährsleute namentlich nennt, wenn auch nur zwei. Von besonderem kulturhistorischem Interesse sind die zahlreichen von ihm veröffentlichten historischen und satirischen Gelegenheitslieder sowie Spiele und Reime im Brauchzusammenhang.
P: zahlreiche Auszeichnungen, darunter Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone und Ritterkreuz des griechischen Erlöserordens; Ehrenbürger der Stadt Salzburg 1853; Ehrenmitgliedschaften bei Historischen Vereinen, Museen u. Gesellschaften.
Schr: Salzburger Volks-Lieder 1865; Nachtrag in Jahres-Bericht des Vaterländischen Museums Carolino Augusteum zu Salzburg 1867, Anhang (NA 1995); Die Instrumenten-Stube im Museum Carolino Augusteum zu Salzburg in Jahres-Bericht des Vaterländischen Museums Carolino Augusteum zu Salzburg 1865, Anhang.
Lit: M. Gehmacher in Salzburger Museumsbll. 4/5 (1925); Th. Hochradner in Salzburger Volks-Lieder, gesammelt v. M. V. S., ND der Ausgabe Salzburg 1865, 1995; F. Prodinger in Sänger- u. Musikanten-Ztg. 14/1 (1971); A. Stainhauser in Jb. des Städtischen Museums Carolino Augusteum zu Salzburg 1868, Anhang.
GH