Nach dem Violin- und Theorieunterricht in Seesen/D und Braunschweig wurde er 1799 Mitglied der Hofkapelle des Hzg.s Karl Wilhelm Ferdinand v. Braunschweig. Nach Reisen nach St. Petersburg/RUS (1802/03) und Mitteldeutschland, Berlin und Leipzig/D (1804/05), die seinen ausgezeichneten Ruhm als Violinvirtuose und Komponist begründeten, wurde er zwischen 1805/12 Konzertmeister der Gothaer Hofkapelle. Die Jahre 1813/14 verbrachte er als Orchesterdirigent des Theaters an der Wien, wo er auch Pierre Rode spielen hörte. In dieser Zeit entstanden neben der Oper Faust (aufgeführt 1816 von C. M. v. Weber in Prag) auch das 7. Violinkonzert e-Moll op. 38, das Nonett F-Dur op. 31 sowie das Oktett E-Dur op. 32. Danach folgten Reisen nach Deutschland, Schweiz und Italien (1815–17), eine Anstellung als Leiter der Oper am Frankfurter Theater (1817–19) sowie ausgedehnte Reisen nach London (1820) und Paris (1820/21). Den Höhepunkt seiner Laufbahn bildete die Anstellung als Hofkapellmeister in Kassel 1822–57. Als Dirigent und Komponist, der sich mit seinem ungemein umfangreichen Œuvre zwischen Wiener Klassik (W. A. Mozart) und deutscher Frühromantik (Romantik) bewegt, wurde er in ganz Europa hochgeschätzt und vielfach ausgezeichnet. Viele seiner Werke gelangten auch in Wien oft zur Aufführung; seine 5. Symphonie c-Moll schrieb Sp. für die Wiener Concerts spirituels . Seine Violinschule Metodo Per Violino (1830/31, Wien 1832) zählte zu den wichtigsten Unterrichtswerken seiner Zeit.
W: Opern Faust (1813), Zemire und Azor (1818/19), Jessonda (1822), Oratorien Das jüngste Gericht (1812), Die letzten Dinge (1826), Des Heilands letzte Stunden (1835), Der Fall Babylons (1842); 10 Symphonien: Nr. 4 F-Dur op. 86, Weihe der Töne, 1832 (Wien 1834), Nr. 5 c-Moll, 1837 (Wien 1840), Nr. 6 G-Dur op. 116, Historische Sinfonie, 1839, Nr. 7 C-Dur op. 121, Irdisches und Göttliches im Menschenleben, 1841; 15 Violinkonzerte: Violinkonzert Nr. 6 g-Moll op. 28, 1808/09 (Wien 1813), das 8. a-Moll op. 47 in modo d’una scena cantante; 2 Concertante f. V. u. Hf., 4 Klarinettenkonzerte, Concertante f. 2 V., Hf. u. Orch. op. 48 (1808) u. f. 2 V. u. Orch. op. 88 (1833), Konzert f. Streichquartett u. Orch. op. 131 (1847); zahlreiche konzertante Stücke f. Soloinstrument (V., Klar.) u. (Streich)Orch.; Kammermusik: Nonett F-Dur f. V., Va., Vc., Kb., Fl., Ob., Klar., Hr. u. Fg. op. 31 (1813); Oktett E-Dur f. V., 2 Va., Vc., Kb., Klar. u. 2 Hr. op. 32 (1814), Septett a-Moll op. 147 f. Fl., Klar., Hr., Fg., V., Vc. u. Kl. (1855), Streichsextett op. 140 (1850), 7 Streichquintette, 3 Klavierquintette, 36 Streichquartette, 5 Klaviertrios, Harfentrio, Sonaten mit Harfe; Messen, zahlreiche vokale Kompositionen (m. Orch., f. zwei Stimmen m. Kl.) u. Lieder (s. Abb., Lied des verlassenen Mädchens, Wien 1815, Verlust, Wien 1839, Gruss, Wien 1844).
Schr: Selbstbiographie, 2 Bde. 1860/61 (NA hg. v. E. Schmitz 1954/55).
Lit: E. Hanslick, Gesch. des Concertwesens in Wien 1869 (NA 1979); H. Heussner in MozartJb 1957; W. Lidke in G. Kraft et al. (Hg.), [Fs] L. Sp. 1959; MGG 12 (1965) u. 16 (1979); R. Folter in NZfM 127 (1966); F. Göthel (Hg.), L. Sp.: Lebenserinnerungen 1968; P. Katow, L. Sp.: Persönlichkeit u. Werk 1983; C. Brown, L. Sp.: a critical Biography 1984; NGroveD 24 (2001) [m. WV].
DG