Studierte 1854–60 am Prager Konservatorium bei Josef Hrabě Kontrabass und bei Johann Friedrich Kittl Musiktheorie, Ausbildung vermutlich auch an der Militärmusikschule von Johann Pavlis (I). 1858 erste Auftritte als Solist und in Streichquartetten, 1860–68 mit der Militärmusik des IR.s Nr. 11 u. a. in Padua (Padova/I), Triest (Trieste/I) und Linz stationiert. Ab 1869 im Orchester der Wiener Hofoper, 1874 Exspektant und 1883–1909 wirkliches Mitglied der Hofmusikkapelle. 1869–1904 gehörte S. den Wiener Philharmonikern an. 1870–1910 (1871 Prof.) unterrichtete er am Konservatorium der GdM, wobei er die richtungsweisende Prager Kontrabassschule (Kontrabass) übernahm und als hervorragender Lehrer galt. In der noch heute grundlegenden Kontrabassschule S.s schrieb er seine Verbesserung der Spieltechnik (S.-Bogen, Untergriff) nieder. Als bester Kontrabassist seiner Zeit unternahm er immer wieder Konzertreisen durch Europa, ab 1875 hatte er auch Kontakte zu Rich. Wagner und den Bayreuther Festspielen. Bedeutend war S. auch als Hauptorganisator des Musiklebens der Tschechen in Wien.
W: Konzert f. Kb. u. Orch. op. 75, Konzertstücke f. Kb. u. Orch./Kl. (2 Divertissements op. 30 UA 1868 Linz), Solostücke f. Kb.; Kirchenmusik (Pastoralmesse), Operette Entführung, Chöre, Lieder. – Kontrabassschule 1874/75 (mehrere NA.n).
Lit.: ÖBL 57. Lfg. (2004); LdM 2000; Th. Kretschmann, „Etc.“ 1913, 221–228; Internationale Musik-Ztg. 1.11.1894 [Foto]; Eisenberg 1893; Kosel 1902; Riemann 1961; F-A 1936; A. Planyavsky, Gesch. des Kb.es 21984 [Foto]; J. Focht, Der Wr. Kb. 1999; Hellsberg 1992 [Foto]; H. u. K. Blaukopf, Die Wr. Philharmoniker 1992 [Foto]; NFP 13.12.1912 (Abendausg.) u. 18.12.1912; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942, 1942, 122.
ChF