Sengstschmid, Familie
Johann: * 16.7.1936 Steinakirchen am Forst/NÖ. Pädagoge, Komponist.

Neben dem Gymnasium Sängerknabe im Stift Melk. 1950–55 Lehrerbildungsanstalt in St. Pölten, 1958–62 privater Unterricht in Klangreihenkomposition bei O. Steinbauer, 1958–61 Studium an der Wiener MAkad. 1955–65 Volksschullehrer in Dornbirn/V, Glion sur Montreux/CH, Traisen/NÖ, bei den Wiener Sängerknaben und in St. Pölten, 1965–68 Musikerzieher am Bundesgymnasium St. Pölten, 1968–87 Musiklehrer in Bamberg/D. Internationale Vortragstätigkeit zu J. M. Hauers Zwölftonmusik und Steinbauers Klangreihenlehre. Lehraufträge 1982–84 an der Univ. Bamberg und ab 1986 an der Wiener MHSch., 1987–97 Vertragslehrer an der Grazer MHSch. S. entwickelte die Klangreihenlehre seines Lehrers Steinbauer weiter und bekennt sich in seinen Klangreihenkompositionen „zu einer ohrenfreundlichen Akkordwelt“. Er lebt in St. Pölten.

P: Abgangspreis des Bundesministeriums f. Unterricht u. Kunst 1961; Förderungspreis des Landes Niederösterreich f. Komposition 1964; Förderungspreis der Theodor-Körner-Stiftung 1969.

W: Kammermusik (Rosette zu 2 Stimmen op. 2, zu 3 Stimmen op. 7 u. f. V. u. Kl. op. 8, zu 2 Stimmen op. 17, Kleine Festmusik f. Bläser op. 30, Pannonische Skizzen f. Ob. oder Fg. op. 49, Suite f. Saxophonquartett op. 52, Klangreihen-Rhapsodie f. V.), Klavier- u. Orgelwerke, Lieder (Zyklus Auftrag u. Inbild, T: Walter Sachs), Chorwerke (Blüh auf, gefrorner Christ op. 12a f. 3-stimmigen Knabenchor, Missa „Adoramus te“ op. 21 f. Chor u. Org., musikalische Meditation Der Engel des Herrn f. Singstimmen, V. u. Org. op. 38).

Schr: Othmar Steinbauer u. seine Klangreihenlehre in ÖMZ 18 (1963); Kreatives Spielen mit Tönen 1976; Zwischen Trope u. Zwölftonspiel. J. M. Hauers Zwölftontechnik in ausgewählten Beispielen 1980; Josef Matthias Hauer – Initiator u. Vollender einer alternativen Zwölftonmusik in G. Metz (Hg.), Visionen u. Aufbrüche 1994.

Lit: MaÖ 1997; Goertz 1994; Riemann 1975; W. Szmolyan in ÖMZ 20 (1965), 25 (1970) u. 46 (1991); Personenlex. Öst. 2001; F-A 2 (1978); M. Sengstschmid, Analysen der Fagottkompositionen des Klangreihenkomponisten J. S., Dipl.arb. Wien 1989; U. Ehgartner, J. S.s Suite f. Saxophonquartett u. ihre Ursprungswerke, Dipl.arb. Graz 1997; R. Summerer, Zwölftonkomponisten u. ihr formaler sowie klanglicher Bezug zur tonalen Musik, Dipl.arb. Graz 1998; Slg. Moißl; Mitt. Archiv. MUniv. Graz; www.klangreihenmusik.at (9/2005).

Sein Bruder Walter: * 30.5.1947 Steinakirchen am Forst. Organist, Chorleiter, Komponist. 1965–69 Mathematikstudium an der Wiener Univ. und Studium (Musikerziehung, Orgel) an der Wiener MAkad. 1969–79 Musikerzieher in Wiener Neustadt, 1974–80 Domkapellmeister in Wiener Neustadt, ab 1979 Leiter des Erzbischöflichen Amtes für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien, 1980 Gründer und seither Leiter des Diözesankonservatoriums für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien. Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Wiener Neustädter Instrumentalisten, 1987–2003 Leiter des Jugendchores Cantus Novus, 1983–90 Schriftleiter der Musikzeitschrift Singende Kirche, seit 1987 Präsident der neu geschaffenen Österreichischen Kirchenmusikkommission. Grundlage seiner Kompositionen ist die Klangreihenlehre nach Steinbauer und J. S.

P: Preisträger beim 1. Internationalen Anton Bruckner-Orgelwettbewerb Linz 1974; Förderungspreis des Landes Niederösterreich f. ausübende Künstler 1978, f. Komposition 1979; Kulturpreis f. Musik der Stadt Wr. Neustadt 1993.

W: v. a. Kirchenmusik: Messen (Domweihmesse, Klosterneuburger Messe, Dt. Messe „Zu dir, o Gott, erheben wir“), Johannes-Passion, Kirchenliedsätze; Chöre (2 Lieder aus Niederösterreich), Bläserbearbeitungen, Orgelfugen, Klaviersonaten.

Schr: Fugen in versch. Stilen, Dipl.arb. Wien 1969; gem. m. P. Planyavsky, Domorgel St. Stephan in Fs. zur Orgelweihe am 13.9.1991, 1991; (Hg.), Stift Neukloster 1444–1994. 550 Jahre Zisterzienser in Wr. Neustadt 1994; Aufsätze v. a. in der SK.

Lit: MaÖ 1997; M. Moschner/H. Teufert, Die Komponisten des Industrieviertels u. ihre Musik 1996; Personenlex. Öst. 2001; pers. Mitt. W. S.

Johanns Söhne

Martin: * 8.7.1965 St. Pölten. Lehrer, Fagottist. Studierte Fagott (bei C. Öhlberger Konzertdiplom 1990) und Musikerziehung an der Wiener MHsch. sowie Mathematik an der Technischen Univ. Substitut an der Volksoper Wien und an der Staatsoper. Als Lehrer am Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium St. Pölten tätig.

Schr: Analysen der Fagottkompositionen des Klangreihenkomponisten J. S., Dipl.arb. Wien 1989.

Lit: pers. Mitt. M. S.

Wolfgang: * 5.10.1971 St. Pölten. Violinist. Bereits als Achtjähriger Studienbeginn an der Wiener MHsch. bei R. Küchl, weitere Studien am Konservatorium Bern bei Igor Ozim und an der Guildhall School of Music in London bei Yfrah Neaman. Internationale Konzerttätigkeit.

Lit: Personenlex. Öst. 2001.

BB