S. beherrschte schon früh verschiedene Instrumente (Violine, Flöte, Trompete), diente 1803–08 als Trompeter in einem österreichischen Reiterregiment, wo er auch Klarinette und Horn erlernte, und war dann Kapellmeister in Diensten eines ungarischen Adeligen, in dessen Harmoniemusik er Oboe spielte. 1813 wurde er von C. M. v. Weber als 1. Oboist für das Prager Ständetheater verpflichtet. In Prag gab er auch Konzerte auf der Gitarre und erhielt bei W. Tomaschek Unterricht in Harmonielehre. 1817 kam S. nach Wien, wurde zunächst 3. Oboist im Orchester des Kärntnertortheaters, spielte dann in dem des Theaters an der Wien und war ab 1837 1. Oboist des Hofburgtheater-Orchesters (Burgtheater). 1821 bis zu seinem Tod unterrichtete S. Oboe am Konservatorium der GdM und leitete an diesem 1823–38 auch die Gesamtübungen der Instrumentalschüler. Ab 1822 (definitiv 1835) war er Mitglied der Hofmusikkapelle. S. entwickelte in Zusammenarbeit mit St. Koch sen. die sog. „S.-Koch-Oboe“ (eine Weiterentwicklung der „Deutschen Oboe“), die in der Folge mit kleinen Abänderungen im österreichisch-deutschen Raum weitergebaut wurde und die Grundlage für die noch heute (2005) verwendete „Wiener Oboe“ bildete. Seine auch der Propagierung des neuen Modells dienende Oboe Schule fand wegen ihrer Praxisbezogenheit sofort Anerkennung.
W: Konzerte f. Ob. u. Orch.; Konzert f. 2 Ob. u. Orch.; Stücke f. Git.; Harmoniemusiken etc.
Schr: Theoretisch-praktische Oboe Schule […] Erzhzg. Rudolph gewidmet, 3 Tl.e 1825 (auch frz. u. ital.).
Lit: Wr. Ztg. 23.6.1843; MGG 7 (1997) [Oboe]; Wurzbach 34 (1877); ÖBL 56. Lfg. (2002) [m. weiterer Lit.]; I. v. Seyfried in Caecilia 4 (1826); L. Bechler/B. Rahm, Die Oboe u. die ihr verwandten Instrumente 1914; G. Bigotti, Storia dell’ Oboe e sua letteratura 1974; M. Gerard, Du hautbois a trois au hautbois a treize clefs 1 (1983); B. Haynes in Tibia 18 (1993); Ch. Rauch in Journal der Ges. der Freunde der Wr. Oboe 4–6 (1999–2000); P. Clive, Beethoven and His World. A biographical Dictionary 2002; HHStA.
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