1761 wurde er bei den Barmherzigen Brüdern in Wien eingekleidet, legte dort 1762 die Profess ab und wird dabei als Organist bezeichnet. Bald danach ging er nach Graz, wo er 1767–72 als Regens chori im Konvent unter Prior V. Kneer tätig war. 1780–83 war er Prior der Ordensresidenz in Triest/I und 1784–1810 in Görz (Gorizia/I). Hier wird er auch als Arzt geführt, was bedeutet, dass er die zweijährige Nach-Noviziats-Ausbildung in Medizin (Chirurgie etc.) im Spital in Feldsberg (Valtice/CZ) absolviert hatte. Von Görz ist er 1810 vermutlich über Prag nach Wien zurückgekehrt. Er dürfte der Neffe von Haydns Schwiegermutter, Maria Elisabeth Keller, geb. Sailler, gewesen sein.
Nicht zu verwechseln mit Joseph Anton Seyler (* ca. 1778 Lauterbach/Böhmen, † nach 1860).
W: Messen, Offertorium, Litaneien, Vespern und Psalmen daraus, Salve regina und Pange lingua.
Lit: I. Schubert in StMw 39 (1988) [mit WV]; I. Schubert, Musikalienbestände im Institut für Musikwissenschaft der Univ. Graz 1 (1992); M. Freemanová-Kopecká, Collectio fratrum misericordiae kukussiensis. Catalogus artis musicae in bohemia et moravia cultae 1998; H. C. R. Landon, Haydn: Chronicle and Works 1 (1980); E. Trolda in Cyrill 64 (1938) u. 70 (1944); V. Pranger, Gesch. des Klosters und des Spitales der Fr. Barmherzigen Brüder in Graz und der innerösterr. Ordensprovinz zum heiligsten Herzen Jesu 1908.
ISch