Roser, Familie
Johann Georg: get. 19.3.1740 Naarn im Machland/OÖ, † 23.9.1797 Linz. Kapellmeister und Komponist.

Sohn des Schulmeisters Franz Anton R. (* 26.3.1693 Naarn, † ?), dessen Nachfolger J. G. zunächst wurde. 1784–97 folgte er Georg Haller als Linzer Dom- und Stadtpfarrkapellmeister nach (Empfehlungsschreiben von L. Mozart). Die Erfindung eines enharmonischen Klaviers („L’harmonie parfaite“), für das W. A. Mozart ein Rondo geschrieben haben soll, wird J. G. zugeschrieben.

W: 1 Messe, 2 Requien, 1 Litanei, kleinere Kirchenmusik.

Sein Sohn Franz de Paula (Pseud. R. v. Reiter): * 17.8.1779 Naarn im Machland, † 12.8.1830 Pest (Budapest). Sänger, Kapellmeister, Komponist. Erhielt seine erste musikalische Ausbildung vom Vater, 1789 kam er nach Wien, wo er kurze Zeit Schüler von W. A. Mozart gewesen sein soll. Gesichert sind weitere Studien bei P. G. Pasterwiz und J. G. Albrechtsberger (1795). Danach trat R. zunächst als Novize in das Zisterzienserstift Wilhering ein, entschied sich jedoch bald für die Musikerlaufbahn. 1799 Musikdirektor in Freiburg im Breisgau/D, Kapellmeister von Operntruppen 1800 in Paris, 1802 in Verona/I, 1803 Tenorist am Theater in Klagenfurt und 1804 am deutschen Theater in Pest. Nach einer Tätigkeit als Hauskomponist beim ungarischen Adeligen Ignaz v. Vegh in Vereb (heute Székesfehérvár/H) wirkte er 1811 als Theaterkapellmeister in Linz und 1812–19 am Theater in der Josefstadt. Danach Kapellmeisteradjunkt am Kärntnertortheater, 1820–24 Kapellmeister am Theater an der Wien und 1824–26 am deutschen Theater in Pest. Als freischaffender Komponist lebte R. anschließend in Wien, er galt als Hauskomponist des Theaters in der Leopoldstadt und des Josefstädter Theaters. Neben F. Kauer und W. Müller zählte er zu jenen Komponisten, die den großen musikalischen Bedarf der Wiener Vorstadtbühnen bestritten.

W: Opern (Das Waldweibchen 1800), Singspiele, Melodramen, Ballette, Parodien, Kirchenmusik, Kammermusik.

Dessen Tochter Magdalena (Lina, verh. Balfe): * 1808/10? Vereb, † 8.6.1888 London. Sängerin (Sopran). War Schülerin ihres Vaters und mit diesem in den 1820er Jahren am deutschen Theater in Pest engagiert. 1827 gab sie ihr Debüt am Wiener Kärntnertortheater. Anschließend auf Reisen (England, Italien), gelang ihr nach ihrer Heirat (1831) mit dem englischen Komponisten Michael William Balfe (1808–80) eine Karriere als dramatische Sängerin, v. a. in Italien. 1835 übersiedelte sie nach London; in den 1840er Jahren war sie als Konzertsängerin in Paris erfolgreich. Ihre Tochter Victoria (* ?, † Jänner 1871 [Ort?]) trat 1857 am Londoner Lyceum als Sopranistin auf und hatte eine kurze Bühnenkarriere in England, die sie nach ihrer Verehelichung beendete.

Lit: NGroveD 21 (2001); MGG 11 (1963); ÖBL 9 (1988); K-R 1997; Wurzbach 27 (1874); DBEM 2003; Riemann 1961 u. 1975; Kosch 3 (1992); Wessely 1950 u. 1953; Krachkowizer/Berger 1931; Kellner 1956; Stieger II/3 (1978); Ulrich 1997 [R., Balfe].

ChF