Ferdinand Josef: * ca. 1657 (Ort?), † 4.3.1723 Wien. Ab 1684 Hoforgelbauer und Bürger der Stadt Wien. Er war möglicherweise ein Bruder des seit 1703 in Brünn belegten Orgelbauers und Tischlers Johann Andreas R. und trat zeitweilig gemeinsam in Erscheinung mit seinem Bruder
Johann Ulrich: * nach 1650 (Ort?), † ? Wien. Ab 1685 bürgerlicher Orgelbauer in Wien. Bis etwa 1700 trat er als geschäftsführender Orgelbauer mit seinem Bruder auf, dann schien es umgekehrt gewesen zu sein. Jedenfalls ist beider Leben nur sehr lückenhaft überliefert. Die Brüder R. erhielten bedeutende Aufträge in und um Wien, die Qualität der Werke erreichte aber nie den Wert der hochwertigen Gehäuse und Prospekte.
W: Wien IX, Servitenkirche 1686 (I/12), Frohnleiten/St, Servitenkirche 1688 I/6, Stift Heiligenkreuz 1689 (I/12), Stift St. Florian bei Linz (zwei Chororgeln) 1691, Wien I, Augustinerkirche 1691 (I/6), Hainburg/NÖ 1697 (I/7), Wien, Stephansdom 1701 (I/10), Hauptorgel 1720 (II/32), Stift Heiligenkreuz (II/24) 1721.
Nicephorus: * ?, † ?. Franziskanermönch und Orgelbauer. Als solcher erbaute er 1734 die Klosterorgel von Mürzzuschlag/St (I/9), deren Gehäuse heute in St. Andrä im Sausal/St zu sehen ist. Seine Verwandtschaft zu den Obgenannten ist bislang ungeklärt.
Andreas: * 1704 Brünn/Mähren (Brno/CZ), † ca. 1750 Brünn. Ab 1711 als Orgelbauer und Tischler in Brünn nachweisbar. Seine Verwandtschaft zu den Obgenannten ist bislang ungeklärt.
Dessen Sohn Anton Josef: * 28.2.1724 Brünn, † 14.7.1779 Graz. Gesellenzeit bei Cyriak Werner in Graz. Nach dessen Tod Heirat der Witwe Werners am 19.4.1750 und Übernahme der Werkstatt. Bedeutender Grazer Orgelbauer des Rokoko, der aber – zeitweilig im Schatten zweier anderer blühender Werkstätten in Graz – nach Ungarn und Kroatien ausweichen musste. Dort sind noch einige Werke erhalten, in der Steiermark nur eine Orgel und etliche Gehäuse.
W: Fürstenfeld/St 1753 II/18, St. Ruprecht an der Raab/St (II/20), St. Nikolai ob Draßling/St 1756 (I/6), Schwanberg/St 1759 (II/16), Trski Vrh/HR, Maria Jerusalem 1761 (I/12), Zlatar/HR 1762, Szecsisziget/H 1763 I/7, Varazdinske Toplice/HR 1765 (I/13), Sopot/HR 1766, Donja Stubica/HR 1766, Graz, Dom 1771 (II/21), Stift Rein 1772 (II/16), Pernegg an der Mur/St 1773 (I/10), St. Marein bei Graz/St 1775 (II/15), Maria Rehkogel/St 1775 (II/19).
Lit: MGG 11 (1963); H. Heiling in SK 38/4 (1991); Beiträge v. H. Heiling u. K. Szigeti in Organa Austriaca 3 (1982); H. Federhofer in Aus Archiv und Chronik 4 (1951); G. Allmer in Bll. f. Heimatkunde 57 (1983); G. Allmer in Principal 1 (1998); J. Meder/N. Vranic, Orgulje u Hrvatstkj 1992, 73–75, 80f; Jiři Sehnal, Barokní varhanářství na Moravě 1, 2003.
GA