Reiter, Familie
Franz Sales: * 26.11.1835 Bad Ischl/OÖ, † 27.11.1888 Urfahr/OÖ (Linz). Lehrer, Chorleiter, Komponist.

War Lehrer in Kremsmünster (ab 1855), Braunau (ab 1859 Stadtpfarrorganist, 1861–67 Chormeister der dortigen Liedertafel) und in Urfahr (ab 1872). Ferner war er Chormeister des Gesangvereins Gutenbergbund.

W: Kirchenmusik (s. Abb.); Chöre, Lieder.

Lit: ÖBL 9 (1988) [bei Josef R.]; Krackowizer/Berger 1931.

Sein Sohn Josef: * 19.1.1862 Braunau, † 2.6.1939 Bad Reichenhall/D. Komponist, Dirigent, Musikpädagoge. War zunächst Lehrer in Oberösterreich. Nach Absolvierung der Staatsprüfung (Orgel, Klavier und Gesang, 1884) war er als Musik- und Gesanglehrer tätig (u. a. 1886–93 an der MSch. Horak). 1908–11 war er Direktor des Salzburger Mozarteums. J. R. gründete und leitete mehrere Gesangvereine (Breitenseer MGV), war 1917/18 Kapellmeister des Hofburgtheaters (Burgtheater), ansonsten freischaffend, ab 1921 auf Schloss Riedegg/OÖ und in Bayerisch-Gmain/D. 1899 wurde in Wien ein J.-R.-Verein ins Leben gerufen. In den 1920/30er Jahren hing R. dem Nationalsozialismus an.

P: Bürger der Stadt Wien 1932; Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; Gedenktafeln Wien XII u. XIV.

W: Chöre; Lieder, Balladen, Messen, Requiem; Opern [T: M. v. Millenkovich (Morold)]: Klopstock in Zürich 1894, Der Bundschuh 1897 (Wiener EA 1900 durch G. Mahler), Der Totentanz 1905, Der Tell 1917; Kantate Festgesang an den Führer des dt. Volkes 1938, 1. Fassung 1899; Bühnenmusik zu F. Raimunds Der Bauer als Millionär 1918; Klavierwerke, Kammermusik; Goethe-Symphonie [Adolf Hitler gewidmet] 1931. – Nachlass: ÖNB.

Lit: MGG 11 (1963); ÖBL 9 (1988); NGroveD 21 (2001); Czeike 4 (1995); Riemann 1961 u. 1975; DBEM 2003; Personenlex. Öst. 2001; Weissenbäck 1937; MGÖ 3 (1995).

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