R. ist sicher identisch mit jener „nahtegal von Hagenouwe“ (wohl keine Herkunftsbezeichnung), die im Tristan Gottfrieds von Straßburg erwähnt wird. Seine Totenklage auf Herzog Leopold V. (1157–94) macht einen Aufenthalt am Babenbergerhof in Wien wahrscheinlich. R. galt bereits im Mittelalter als bedeutendster Zeitgenosse Walthers von der Vogelweide. Interpretationen, die R. als Wiener Hofdichter und Lehrer Walthers sehen, gehen allerdings zu weit. Die Konkurrenz zu diesem fand ihren Ausdruck in der sog. „R.-Walther-Fehde“. Von seinen insgesamt etwa 86 Tönen, die den hohen Minnesang repräsentieren, sind drei mit linienlosen Neumen in den Carmina Burana überliefert.
Lit: Verfasserlex. 7 (1989); NGroveD 21 (2001); MGG 11 (1963); DBEM 2003; Czeike 4 (1995) [R. von Hagenau]; MGÖ 1 (1995).
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