Sohn des Geigers und Militärkapellmeisters Carl P. (1838–76), von dem er ersten Geigenunterricht erhielt, der in Berlin u. a. von J. Joachim fortgesetzt wurde. Daneben unternahm P. bereits Konzertreisen in Deutschland, Russland, Schweden und Dänemark, 1882–85 spielte er in versch. Berliner Orchestern, 1895–91 in Magdeburg/D, 1891–97 als 1. Konzertmeister im Leipziger Gewandhausorchester. 1897, nach seiner ersten Verpflichtung bei den Bayreuther Festspielen, wurde er von G. Mahler als Konzertmeister für die Wiener Hofoper und die Wiener Philharmoniker gewonnen, im selben Jahr als Prof. für Violine an das Konservatorium der GdM (später Wiener MAkad.) berufen. Zusammen mit dem Cellisten J. Sulzer [Familie Salomon S.] gründete er das P.-Quartett, das zahlreiche Tourneen durch Europa unternahm. – Seine Brüder waren ebenfalls Musiker: Paul P. (1860–1930) war als Violoncellist und Dirigent, Emil P. (1867–1940) als Flötist in Deutschland tätig. Pauls Tochter Isolde, verh. Paris, wurde Schauspielerin, deren Sohn Herbert Paris (1909–85) war langjähriger Intendant der Hamburgischen Staatsoper.
Lit: ÖBL 8 (1983); DBEM 1 (2003); Kosel 1902; Riemann 1929 u. 1961; Ulrich 1997.
UH