Aus einer weit verzweigten böhmischen Lehrerfamilie stammend, betrieb er 1776–82 philosophische Studien in Prag und unterrichtete anschließend an den Gymnasien von Komotau (Chomutov/CZ), Pilsen (Plzeň/CZ) sowie ab 1793 in Prag. 1800 Dr. phil., 1802 Prof. für Philosophie und 1811 für Pädagogik an der Univ. Prag. Gleichzeitig war N. Direktor des Taubstummeninstitutes sowie als Bücherzensor und Literatur- bzw. Musikkritiker tätig. 1820/21 Prof. an der Univ. Wien, danach im Ruhestand. Er stand mit der Familie Mozart in freundschaftlichem Kontakt, nach dem Tod von W. A. Mozart wohnten dessen Söhne einige Zeit bei ihm. N. verfasste auch die erste Biographie über W. A. Mozart, wenngleich es fraglich ist, ob er ihn selbst persönlich gekannt hat. Seine Tochter Theresia (* 26.5.1799 Prag, † ?) war eine begabte Sängerin, sein Sohn Franz Xaver d. J. (* 2.1.1802 Prag, † ?) studierte Harmonielehre bei J. Wittassek und komponierte (Lieder und Chöre).
G: Grab (Wien III, St. Marxer Friedhof).
P: Ehrenbürger der Stadt Prag.
Schr: Leben des K. K. Kapellmeisters Wolfgang Gottlieb Mozart, nach Originalquellen beschrieben 1798 (21808; mehrere NA.en); Über den Zustand der Musik in Böhmen um 1800 (mehrteilig in AmZ 2 [1799/1800]).
W: Kirchenkantate?
Lit: NGroveD 17 (2001); LdM 2000; ÖBL 7 (1978); MGG 9 (1961); P. Clive, Mozart and His Circle 1993; Wurzbach 20 (1869) [Niemtschek]; W. Brauneis in J. Fuchs (Hg.) [Kgr.-Ber.] Mozartjahr 1991 Baden-Wien 2 (1993); W. Hitzig in Der Bär. Jb. v. Breitkopf & Härtel 5 (1928); R. Angermüller/S. Dahms-Schneider in MozartJb 1968/70; GerberNTL 3 (1813/14); Dlabacž 1815.
ChF