Dürfte ein Sohn des Tanzmusikers Johann M. (* ca. 1769 Brieg/Preußisch Schlesien [Brzeg/PL], † 17.9.1814 Wien) gewesen sein. In Wien soll M. bereits um 1832 eine eigene Kapelle gegründet haben, mit der er u. a. im Café Dommayer, aber auch in Budapest zum Tanz aufspielte. 1842 ging er als Regimentskapellmeister nach Indien, 1846 kehrte er auf Drängen seiner Frau wieder nach Wien zurück. Ein Jahr später jedoch nahm er neuerlich eine Stellung in Bombay an und wirkte als Kapellmeister des Lord-Gouverneurs. Als Tanzkomponist soll er sich auch neben J. Strauß (Vater) und J. Lanner behauptet haben.
W: Tänze (Walzer, Polkas, Quadrillen).
Seine Brüder
Karl Joseph: * ? Wien?, † nach 1868 (Ort?). Kapellmeister. Leitete als Nachfolger von F. M. verschiedene Wiener Tanzorchester. Unklar ist, ob er mit jenem K. M. ident ist, der 1873 Militärkapellmeister beim IR Nr. 64 in Broos (Szászváros)/Siebenbürgen (Orastie/RO) war.
Ludwig d. Ä.: * ca. 1812 Wien, † 28.7.1868 Wien. Kapellmeister. Wird als Musikdirektor bzw. Kapellmeister genannt und war auch kompositorisch tätig.
Unklar ist das Verwandtschaftsverhältnis von Ludwig d. J. (* 1840? [Ort?], † 1864 [Ort?]), der ebenfalls als Komponist von Tänzen hervorgetreten ist.
G: M.gasse (Wien XXI, Donaufeld).
Lit: ÖBL 6 (1975); Czeike 4 (1995); Wurzbach 19 (1868); Wr. Ztg. 10.3.1859; Amtsbl. Stadt Wien Wien 24.1.1959; I. L. Mendelsohn, Zur Entwicklung des dt. Gesellschaftsstanzes von 1750 bis 1850, Diss. Wien 1925, 126f; Ulrich 1997; Brixel/Martin/Pils 1982; Slg. Moißl; WStLA (Biographische Slg.; Lehmann-Adressbücher 1861–69; TBP 1814 u. 1868).
ChF