Studierte in Wien (bei O. Nicolai) und Paris (bei Manuel Garcia jun.); mit einer Ausnahme (1853 in Bremen als Rosina in G. Rossinis Barbier von Sevilla) ausschließlich als Konzertsängerin tätig, bald nur mehr als Pädagogin; 1852 Heirat mit dem italienischen Bariton S. M.; sie unterrichtete 1854–61 am Konservatorium der GdM in Wien; 1861 gründete sie mit ihrem Mann eine Gesangsschule in Paris, 1865–68 unterrichtete sie am Kölner Konservatorium von Ferdinand Hiller, 1868–78 erneut Professur am Wiener Konservatorium, danach erteilte sie in Wien Privatunterricht; ab 1881 private Gesangsschule in Paris; 1908 Ruhestand (in Paris und London). M. galt als „Königin der Gesanglehrerinnen“. Zu ihren Schülerinnen zählen G. Krauss, S. Kurz, R. Papier-Paumgartner, Nellie Melba sowie ihre Tochter Blanche M. (1863–1940), die ihrer Mutter assistierte und in London ebenfalls eine gesuchte Pädagogin wurde.
P: zahlreiche Auszeichnungen, darunter Mitglied der Accademia di Santa Cecilia Rom und der MAkad. in Florenz.
W: Praktische Gesangsmethode 1861; Vokalisen und Übungen, 24 Hefte [s. Abb.].
Schr: Erinnerungen aus meinem Leben 1877, 4. Aufl. als Aus meinem Leben 1889 (engl. als M. and Music 1897).
Salvatore (Cavaliere di Castrone, Marchese della Rajata): * 15.1.1822 Palermo/I, † 20.2.1908 Paris. Sänger (Bariton), Gesangspädagoge, Übersetzer. Stammte aus italienischem Hochadel; gab Offizierslaufbahn 1840 auf und begann ein Gesangsstudium, floh als Revolutionsteilnehmer 1848 nach Nordamerika (1849 Debüt in New York), 1852 an der Londoner Covent Garden Oper; Fortsetzung des Gesangsstudiums bei M. Garcia jun. in Paris, wo er auch seine Frau kennen lernte. S. M. widmete sich wie seine Frau fast ausschließlich dem Unterricht. Er lehrte am Wiener Konservatorium (1859/60 und 1874/75 [K-R falsche Daten]), am Hillerschen Konservatorium in Köln/D und leitete mit seiner Frau eine private Gesangsschule in Paris (1861–65 und ab 1881). S. M. übersetzte mehrere Libretti ins Italienische.
W: Lieder; ital. Übersetzungen von Libretti (u. a. La Vestale von Gasparo Spontini, Médée von L. Cherubini, Iphigénie en Aulide und Iphigénie en Tauride von Ch. W. Gluck, Lohengrin und Tannhäuser von Rich. Wagner).
Lit: K-R 1997 u. 2000; NGroveD 15 (2001); MGG 8 (1960) u. 16 (1979); B. Marchesi, A Singer’s Pilgrimage 1923; R. v. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der k. k. GdM in Wien 1912.
BB