Wurde in Florenz und Venedig ausgebildet, komponierte zunächst Kirchenmusik und schrieb 1780 seine erste Oper. 1784 ging er nach London, 1788 ließ er sich in Paris nieder, wo ihn der Gegensatz von Gluckisten und Piccinisten zu einer Änderung seines bisherigen (italienischen) Stils anregte, die trotz Orientierung an Chr. W. Gluck und die Wiener Klassik die Schaffung eines eigenen Stils bewirkte. C., 1805–06 nach Wien eingeladen, erregte dort mit der Aufführung seiner Oper Lodoiska und der UA der für Wien geschriebenen Faniska (1806, T: Jos. v. Sonnleithner) im Kärntnertortheater die Bewunderung J. Haydns und L. v. Beethovens. C., bei Napoleon in Ungnade, wurde von diesem zur Zeit der französischen Besetzung dennoch nach Schönbrunn als Dirigent der Hofkonzerte befohlen. Nach zweijähriger fast vollständiger Schaffenspause entstanden dann in Paris weitere Kirchenmusikwerke und noch einige Opern. Durch seine Lehrtätigkeit seit 1816 am Pariser Konservatorium (1821 bis kurz vor seinem Tod als Direktor) war C. wegweisend für die französische Musik.
W: Opern; Messen und andere Kirchenmusik; Orchesterwerke; Kammer- und Klaviermusik; Kantaten; Sologesänge.
Schr: Lehrbuch des Kontrapunkts (vom Schüler F. Halévy ausgearbeitet).
Lit: Czeike 1 (1992); NGroveDO 1 (1992); MGG 2 (1952); MGÖ 2 u. 3 (1995); Riemann 1959 u. 1972.
UH