Ersten Unterricht erhielt er von seinem Vater Feliks (1765–1847), der als Güterverwalter sowie Musiklehrer und Orchesterdirigent bei der Adelsfamilie Potocki tätig war. 1799 avancierte Feliks zum Dirigenten des Orchesters des Grafen Starzeński, in das auch sein Sohn eintrat. Dieser, in der Folgezeit v. a. Autodidakt, wurde 1809 Konzertmeister und 1811 Kapellmeister am Theater in Lemberg (L’viv/UA). 1814 traf er in Wien L. Spohr, 1818 in Oberitalien N. Paganini, mit dem er auch gemeinsam auftrat (1829 begegnete er ihm in Warschau ein zweites Mal). Als einer der größten Geiger seiner Zeit (Hector Berlioz, F. Liszt, R. Schumann und Rich. Wagner schätzten ihn sehr) reiste der vornehmlich in Lemberg lebende L. als Virtuose anschließend durch ganz Europa (1837 in Wien), bis er Kapellmeister am königlich Sächsischen Hof zu Dresden/D wurde (1839–59). Sein Bruder und Schüler Feliks d. J. (1815?–59) war ebenfalls Violinist und trat erfolgreich in Krakau (Kraków/PL), Warschau und Lemberg sowie 1840 in Deutschland, Russland und Frankreich auf; er komponierte auch. Ein weiterer Bruder, Anton (* ?, † ?), war als Cellist erfolgreich.
P: Erster Violinist des kaiserlich Russischen Hofes 1838; Ritter des königlich Sächsischen Albrechtsordens 1854.
W: Opern (Die Sirene von Dnjestr); 3 Symphonien; Ouvertüren; Konzerte für V.; Kammermusik; Lieder.
Lit: NGroveD 14 (2001); Mendel-R. 6 (1876); MGG 8 (1960); Wurzbach 15 (1866); Riemann 1961 u. 1975; ÖBL 5 (1972); F-A 1936; EitnerQ 6 (1902); Stieger II/2 (1977).
ChF