N., Tochter eines Seemanns aus Ghana und einer farbigen Deutschen, wuchs bei ihrer Großmutter in Hamburg/D auf, zeigte früh Neigung und Begabung für die Musik, wurde 1951 von Michael Jary entdeckt und von G. Mendelson für dessen Wiener Produktionsfirma Austrophon verpflichtet. In der Folge machte sie Aufnahmen mit vielen namhaften Musikern der hiesigen Unterhaltungsmusikszene wie u. a. E. Halletz, L. Babinsky, K. Loubé und C. de Groof, die auf Elite Special veröffentlicht wurden, nahm an mehreren der von Mendelson und G. Brabbée organisierten großen Tourneen wie Musik kennt keine Grenzen und Schlagerexpress Wien-Berlin teil und spielte in Schlagerfilmen wie Tanzende Sterne mit Kenneth Spencer und Die süßesten Früchte, in dem sie zusammen mit P. Alexander den Titelsong sang. Ihrer Hautfarbe wegen und ihrem Pseudonym gemäß war sie auf das Klischee des „putzigen Negerleins“ festgelegt, die Texte ihrer damaligen Lieder wie z. B. Mach nicht so traurige Augen (weil du ein Negerlein bist), Zwölf kleine Negerlein oder Ein kleines Negerlein im Schnee wirken nach heutigem Empfinden erschreckend rassistisch. Nach einem Intermezzo bei dem DDR-Label Amiga ab 1956 entschloss sich N. 1958 zu einer Ausbildung als Krankenschwester in Hamburg, wo sie diesen Beruf später ausübte und heute (2003) als Pensionistin lebt.
Lit: H.-D. Czembor, Booklet-Text zu Gala der Stars – L. N. (Elite Special 73370).
RW