Laska, Familie
Julius: * 28.1.1850 Linz, † 24.8.1933 Linz-Urfahr. Schauspieler, Theaterdirektor, Regisseur.

Erlernte den Beruf eines Kammmachers, wandte sich jedoch bald dem Theater zu und debütierte 1868 am Stadttheater in Ried im Innkreis. Anschließend Militärdienst, danach Auftritte an mehreren Theatern in Bayern und Österreich. 1880 Charakterkomiker in Hamburg/D, 1881 auch Regisseur in St. Petersburg/RUS und 1882 Schauspieler, Sänger und Regisseur am Landestheater in Linz. Hier 1884–91 Direktor, 1890/91 Operettentournee nach Amsterdam. 1900–03 Direktor des Innsbrucker, 1905–09 des Regensburger und 1910/11 des Meraner Stadttheaters, außerdem 1891–1921 Leiter des Sommertheaters in Marienbad (Mariánské Láznĕ/CZ).

P: Kaiserlich Russischer Hofschauspieler; Englischer Viktoria-Orden 1908; Königlich Sächsischer Intendanzrat 1909.

Seine Ehefrau Julie: * 1860? Pressburg (Bratislava), † nach 1904 (Ort?). Sängerin (Sopran). Über ihre Ausbildung ist nichts bekannt, 1877 soll sie in Pressburg bereits debütiert haben. Anschließend an verschiedenen Theatern der k. u. k. Monarchie engagiert, gastierte sie 1886 auch in St. Petersburg. 1882–89 trat sie an dem von ihrem Mann geleiteten Linzer Landestheater vornehmlich in Soubrettenrollen auf, 1889/90 sang sie am Deutschen Volkstheater in Wien, danach beim Münchner Ensemble, 1895–98 am Wiener Raimundtheater. Ihre Gastspiele und Auslandsreisen führten sie v. a. nach Deutschland, Auftritte sind bis 1904 nachweisbar. Deren Sohn

Joseph Julius: * 13.2.1886 Linz, † 14.11.1964 Wien. Komponist, Kapellmeister, Musikschriftsteller. Besuchte das Stiftsgymnasium Kremsmünster und studierte 1907–09 an der königlichen Akad. der Tonkunst in München/D bei F. Mottl, Friedrich Klose und Berthold Kellermann. Anschließend bis 1914 Kapellmeister in Teplitz-Schönau (Teplice-Sanov/CZ), Linz, Mährisch-Ostrau (Moravská Ostrava/CZ), Hermannstadt (Sibiu/RO) und Prag. 1919–23 Kompositionslehrer an der MSch. in Wladiwostok/RUS, danach bis 1935 Dirigent und Musikprofessor in Takarazuka/JP und Kobe/JP. Ab 1936 Dirigent und Komponist in Wien, ist er 1951 als Mitglied der Musiksektion der Österreichisch-sowjetischen Gesellschaft nachweisbar. L. leistete mit seinen Aufführungen von Werken J. Haydns, W. A. Mozarts, L. v. Beethovens und A. Bruckners (mit dem von ihm gegründeten Takarazuka Symphonic Orchestra) musikalische Pionierarbeit in Japan. In seinen Kompositionen verband er Elemente der abendländischen Musikkultur mit japanischen Einflüssen.

P: Prof.-Titel 1936.

W: Bühnenmusik, Orchesterwerke (Japanische Suite), Klavier- und Violinstücke, Kirchenmusik (s. Abb.), Tänze, (Japanische) Lieder, Chöre, Messen, Bearbeitungen.

Schr: Europas Musik in Japan und ihre Beziehungen zur japanischen 1929 [Ms.].

Lit: ÖBL 5 (1972); K-R 1997 u. 2000; H. Wimmer, Das Linzer Landestheater 1803–1958, 1959; I. Suchy, Dt.sprachige Musiker in Japan vor 1945, Diss. Wien 1992; E. H. Müller (Hg.), Dt. Musiker-Lex. 1929; Kürschner 1954; Kosch 2 (1960); Eisenberg 1903; Krackowizer/Berger 1931; Eisenberg 1893; F-A 1936 u. 2 (1978); Ulrich 1997; MGÖ 3 (1995); Slg. Moißl; www.ooe.gv.at (8/2003); www.musikerbriefe.at (8/2003); Nachlass in der WStLB.

ChF