Über seine Herkunft und Ausbildung ist nichts bekannt. Somit erledigen sich auch Spekulationen über seinen eigentlichen Namen (deutsch Steinschneider, niederländisch Steenhauwer?). Nach J. Rasch soll er ein Alter von „bey hundert jahren oder drüber“ erreicht haben. Stilistisch sind seine ausschließlich vierstimmigen Kompositionen jedenfalls tief im 15. Jh. verwurzelt. Raschs weitere Angabe, er sei „Friderici 3. von Maximiliani 1. oder auch, als abzunehmen, Künigs Matthie vnd Künig Ludwigs capelnmaister“ gewesen, konnte bislang (2003) nicht bestätigt werden (es sei denn, er wäre mit dem in der Motette Romanorum rex [Habsburger] genannten „Erasmus“ zu identifizieren). Ab 1510 war er in der Heidelberger Hofkapelle Ludwigs V. tätig, 1521 wurde er Benefiziat im Wiener Schottenkloster, wo er fortan auch lebte. Seine Motette zur Installierung Bernhardo Clesios als Bischof v. Trient (1515, auf das soggetto cavato „Bernardus Clesius episcopus tridentinus dignus est“) hatte offenbar nicht den gewünschten Erfolg gehabt: Eine Anwesenheit L.s in Trient oder gar eine Tätigkeit in der dortigen Kapelle, die u. U. die Überlieferung seiner Werke sowohl in deutschen als auch italienischen Quellen (darunter frühen Venezianischen Drucken) zu erklären imstande wäre, ist nicht wahrscheinlich. Nach seinem Tod bewarb sich W. Schmeltzl erfolglos um L.s vormalige Bezüge.
W: Motetten (NA Sacerdos et pontifex v. M. Gozzi 1986, R. Vettori 1988); Lamentationen; Lieder (NA in DTÖ 72, 1930).
Lit: MGG 8 (1960); NGroveD 2001; H. Federhofer in Mf 5 (1952); M. Gozzi in K. Drexel/M. Fink (Hg.), Musikgesch. Tirols 1 (2001).
RF