War von 1905–09 Sängerknabe an St. Stephan in Wien (unter A. Weirich). An der Univ. Wien studierte er Theologie (1914–18) und wurde danach zum Priester geweiht. 1919–27 war er Musikpräfekt am Knabenseminar in Hollabrunn/NÖ. 1921–24 studierte er Musikwissenschaft bei G. Adler (Promotion). In Solesmes/F wurde er von Dom Joseph Gajard zum Lehrer für gregorianischen Choral ausgebildet (1924–31). Nach Tätigkeiten als Mittelschullehrer und Choraldozent (1925–64) wurde er an der Wiener MAkad. (Abteilung für Kirchenmusik) Prof. für Choralgesang (1933–60). (1938 wurde er Vorstand dieser Abteilung.) 1939 gründete und leitete K. die Diözesankommission für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien. Seit 1953 war er ordentliches Mitglied der Wiener katholischen Akademie. Beim Internationalen Kongress für katholische Kirchenmusik in Wien 1954 hatte K. leitende Funktionen inne. Bis ca. 1956 leitete er die Choralschola der Hofburgkapelle. 1958–64 war er Lehrbeauftragter an der Univ. Wien (Theologische Fakultät). Außerdem komponierte er Motetten, Lieder und Choralbearbeitungen.
P: Monsignore 1954; o. Prof. 1960; Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold 1972.
Schr: F. L. Gassmann als Kirchenkomponist, Diss. Wien 1924 (Teildruck in StMw 14 [1927]); Die Kirchenmusik in Österreich in Hb. der katholischen Kirchenmusik 1949; Mithg. der Zss. Musica orans 1949–53, Chorblätter 1946–53 u. Cäcilien-Vereinsorgan; Hg. von F. L. Gaßmann, Kirchenwerke in DTÖ 83 (1938); Aufsätze zur katholischen Kirchenmusik; Übersetzung von G. M. Suñol, Gregorianischer Choral nach der Schule von Solesmes 1932.
Lit: MGG 7 (1958); Riemann 1972; A. Bameo in SK 7 (1959) [mit WV]; P. H. Dopf in SK 33 (1986); [Kat.] Musica Imperialis 1998; F-A 1 (1974); Slg. Moißl.
ARa