Ivanschiz, P. Amand(Matthias Leopold)
get. 24.12.1727 Wiener Neustadt/NÖ, † vor dem 29.12.1762 (Ort?). Komponist.

Trat vor dem 30.5.1744 (an diesem Tag erhielt er bereits die auf den Priesterstand vorbereitenden vier niederen Weihen) in seiner Geburtsstadt in den Pauliner-Orden ein. In Wiener Neustadt wurde er am 1.3.1749 zum Subdiakon, am 21.2.1750 zum Diakon und am 15.11.1750 zum Priester geweiht; am 25.11.1750 feierte er in der dortigen Pauliner-Kirche seinen Primiz-Gottesdienst. In welchen Klöstern seines Ordens er tätig war, ist nicht vollständig zu dokumentieren; in den Jahren vom Ordeneintritt bis mindestens 1750 gehörte er dem Wiener Neustädter Kloster an, und 1756–58 ist sein Wirken im Pauliner-Kloster Maria Trost bei Graz belegt. Er muss vor dem 29.12.1762 verstorben sein, da er in dem an diesem Tag aufgesetzten Testament seines Vaters, der aus dem damals überwiegend von Kroaten besiedelten Dorf Baumgarten/H (heute Bl, Bezirk Mattersburg) stammte und 1725 in Wiener Neustadt geheiratet hat, nicht mehr unter den lebenden Verwandten genannt ist. Über die Ausbildung I.’ und seine musikalische Tätigkeit innerhalb oder auch allenfalls außerhalb des Ordens ist fast nichts bekannt. Als am 5.8.1750 im Wiener Neustädter Dom eine neu errichtete Orgel zum ersten Mal erklang, wurde sie von ihm gespielt. 1756 wurde er vom Grazer Jesuitenkollegium für die Komposition mehrerer Werke bezahlt.

W: Messen (s. Abb.), Litaneien, Te Deum und andere kirchenmusikalische Werke; 1 Oratorium; Symphonien, Divertimenti, Sonaten a tre. NA in Monumenta artis musicae Sloveniae 1 u. 3 (1983/84); Spomenici hrvatske glazbene proslosti 6 (1975/76).

Lit: P. F. Neostadiensis, Die mit Lieb belohnte Liebe, [...] Ehren-Rede [...] als [...] P. Amandus Ivanschiz sein erstes heiliges Meß-Opfer [...]abgestattet 1751; MGG 6 (1957); L. Zupanovic in GMA 3 (1978); MGÖ 2 (1995).

OB