Internationale Bruckner-Gesellschaft (IBG)
1927 im Leipziger Buchgewerbehaus gegründete Dachgesellschaft über die damals bestehenden Bruckner-Vereinigungen (Brucknerbund für Oberösterreich seit 1925, Schweizerischer Brucknerbund 1926).

Zu den Gründern zählten u. a. F. Moißl, F. Gräflinger, Karl Grunsky, Fritz Grüninger, erster Präsident wurde M. Auer. 1929 erfolgte die Konstituierung der IBG in Wien, F. Schalk wurde Ehrenpräsident. In der Folge wurden weitere Ortsgruppen gegründet. Hauptaufgabe war und ist (2002) die Herausgabe der Werke A. Bruckners (gemeinsam mit der Österreichischen Nationalbibliothek, Gesamtausgaben). 1930–32 erschien die GA beim Augsburger Verlag Benno Filser, dann im für die GA gegründeten Musikwissenschaftlichen Verlag Leipzig, mit Ende des Zweiten Weltkriegs erschienen die Bände beim Bruckner-Verlag Wiesbaden. Editionsleiter war R. Haas, der damalige Leiter der Musiksammlung der ÖNB, unter Mitarbeit von A. Orel. 1946 wurde die Reorganisation der IBG (die vorübergehend Deutsche Bruckner-Gesellschaft geheißen hatte) und die Weiterführung der Bruckner-GA im Musikwissenschaftlichen Verlag Wien beschlossen. 1930–55 fanden 13 von der IBG veranstaltete Internationale Brucknerfeste in deutschen, österreichischen und Schweizer Städten statt. Leiter der Neuen GA wurde 1951 L. Nowak, nach seinem Tod (1991) führt H. Vogg die Ausgabe weiter. Als Nachfolger des St. Florianer Prälaten Leopold Hager ist seit 1971 Horst Haschek Präsident.

Schr: Bruckner-Bll. 1929–42; Mitteilungsblatt der IBG 1971ff (seit 1993 Studien & Berichte. Mitteilungsblatt).

Lit: BrucknerH 1996; L. Nowak in BrucknerJb 1982/83; A. Harrandt in [Kgr.-Ber.] Bruckner Leipzig 1987, 1988.

AH