Studium an der Technischen Hsch. in Wien (1919 Dr. techn.). 1913 errichtete er sein erstes Gebäude, die Volksschule in Marbach an der Donau/NÖ, 1921 das Wiener Krematorium, lehrte 1919–23 in Innsbruck, 1924–38 an der Akad. der bildenden Künste in Wien (1931–33, 1935–37 Rektor). Als Mitglied des Staatsrats (1934–38) übernahm er die Planung des „Hauses der Vaterländischen Front“ auf dem Ballhausplatz (Wien I). In den 1920er Jahren erster Umbau des Festspielhauses in Salzburg, nach dem Zweiten Weltkrieg dort Ausgestaltung der Felsenreitschule und Bau des Neuen Festspielhauses (Eröffnung 1960). H. entwarf u. a. das Rundfunkgebäude in Wien (1939 eröffnet) und renovierte nach dem Zweiten Weltkrieg das Linzer Landestheater. Er lehrte auch in Düsseldorf/D (1928–33) und in Istanbul, wohin er 1938 emigrierte (Exil). 1949–61 war H. erneut Prof. an der Akad. der bildenden Künste (1955–57 Rektor), beteiligte sich an den Wettbewerben zur Wiedererrichtung von Burgtheater und Wiener Staatsoper und entwarf mehrfach Bühnenbilder für diese Häuser wie auch für die Salzburger Festspiele. Als Architekt war H. „traditionell, bodenständig, handwerklich“, stand „im Gegensatz zur Moderne“ eines Otto Wagner und Adolf Loos. Eine seiner Töchter ist die Burgschauspielerin Judith H. (* 1920).
P: Ehrendoktorate der Technischen Hsch.en Graz 1952, Istanbul 1963, Wien 1965, der Univ. Innsbruck 1971; Ehrenmitglied der Wiener Secession 1948, der Akad. der bildenden Künste in Wien 1961; Bürger der Stadt Wien 1971; zahlreiche weitere österr. u. internationale Auszeichnungen.
Schr: Architekt in der Zeitenwende 1976 (Autobiographie m. WV).
Lit: Czeike 3 (1994 mit weiterer Lit.); Salzburger KulturL 1987, 2001; D. Steiner in Die Presse 14.6.1983; Hadamowsky 1975; J. Gregor, C. H. Das architektonische Werk 1953.
UH