Hirsch, Familie
Albert: * 29.6.1841 Wien, † 1928 (Ort?). Schauspieler und Volkssänger.

War zunächst Lehrer, kam 1870 als Episodist an das Theater an der Wien, später an das Theater in der Josefstadt und das Theater unter den Tuchlauben. Aufgrund der geringen Gage verließ er das Theater, wurde Volkssänger und gründete eine eigene Gesellschaft, die zunächst nur aus Familienmitgliedern bestand. H. wirkte als Direktor, Komiker, Regisseur und Hausdichter und hatte eine Singspielhallenkonzession. Er war verheiratet mit der Schauspielerin Minna (1843–1913), geb. Hänlein. Sie war zunächst Schauspielerin in Ingolstadt/D, ab 1872 Liedersängerin in K. Drexlers Singspielhalle in Wien.

W: rund 200 Volksszenen v. a. aus dem jüdischen Volksleben.

Deren Kinder Adolf (Pseud. Adolfi): * 15. [Hauenstein: 25.] 2.1866 München, † 14. [Czeike: 19.] 4.1931 Wien. Komponist, Unterhaltungskünstler. Ausbildung u. a. bei A. Bruckner. Wollte Operndirigent werden, wandte sich aber wegen eines sich verschlechternden Augenleidens der Komposition von Wienerliedern und heiteren Couplets zu. Führte ein Vergnügungslokal (Zum dummen Kerl) in Wien. Ein Teil seiner Werke fiel dem NS-Regime zum Opfer.

W: Wienerlieder (Wanns die Geigen hamlich streichen; Wann i a saubers Madel siech; Wienerwald, zauberischer Klang; Herzensdieb; Wia si der Wena ’n Himmel vorstellt; Dirndl am Kirtag) und zahlreiche andere Lieder; Juxmarsch Praterleben.

Anna: * 1870, † 1930, Schauspielerin, verheiratet mit dem Volkssänger Karl Kassina (* 1863, † 1.3.1909), gründete eine eigene Gesellschaft; Rosa: * 1872, † 1930, Soubrette; Steffi: * 1880, † ?, Harmoniumspielerin; Magdalena: * 1884, † 1929, Sängerin (Soubrette). Zunächst am Theater des Westens in Berlin engagiert, dann am Wiener Orpheum von G. Steiner.

Lit: Lang 1974 u. 1986; Czeike 3 (1994); Eisenberg 1893; Hauenstein 1976; J. Koller, Das Wiener Volkssängertum 1931; Pazdirek 8 (1904–10).

AH