Bis 1790 Turnermeister (Thurner) in Linz. Dann Hoftheatermusiker in Wien, u. a. 1796 Bratschist am Freihaustheater auf der Wieden.
W: Menuetti per due violini e basso.
Lit: Jb. der Tonkunst von Wien und Prag 1796, 1796.
Sein Sohn Joseph sen.: * ca. 1759 (Ort?), † 5.9.1821 Pest (Budapest). Ab ca. 1798 Kapellmeister am Theater in Linz. Bis 1804 Thurnermeister in Enns/OÖ, dann Theaterkapellmeister in Linz. Ab 1810 Chor- und Orchesterdirektor der Theater in Ofen und Pest (Budapest). Dessen Sohn
Joseph jun.: * 11.3.1799 Linz, † 8.5.1858 Lemberg/Galizien (L’viv/UA). Schauspieler, Theaterdirektor. 40 Jahre lange Theaterdirektor in Salzburg, Laibach, Brünn, 1851–54 in Pressburg und dann in Lemberg. 1857/58 Redakteur des Lemberger allgemeinen Anzeigers. Leitete 1831–37 das Sommertheater in Bad Ischl.
Lit: Ulrich 1997.
Sein Sohn Franz Xaver sen.: * 21.2.1764 Linz, † 16.7.1839 Linz. Musiker, Dirigent, Musikschriftsteller. Ausbildung in Linz. 1780–83 Musiker an der Stadtpfarrkirche. 1784–86 Violinunterricht bei Anton Hofmann (1723–1809) und Posaune bei Clemens Messerer (1724–1816) in Wien. Wurde 1787 Leiter des Theaterorchesters in Linz und übernahm 1790 das Turnermeisteramt von seinem Vater. 1790–97 und 1804 Theaterdirektor in Linz, 1794/95 auch in Salzburg und Passau; 1797–1839 Dom- und Stadtpfarrkapellmeister in Linz, 1800 legte er ein Inventar der Musikalien an. Gründete 1797 die erste MSch. in Linz, für die er eigene Lehrbücher verfasste. Veranstaltete zahlreiche Wohltätigkeitskonzerte, betrieb eine Musikagentur sowie 1801–07 die erste Linzer Musikalienleihanstalt und gründete 1830 eine Musik-, Kunst- und Instrumentenhandlung, in der T. Haslinger seine Ausbildung erhielt. G. stand im Briefwechsel mit J. Haydn, W. A. Mozart und G. J. Vogler. Seine Instrumenten- und Autographensammlung wurde 1824 von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gekauft. Seine 1803 in Linz erschienene Musikalische Monatsschrift war die erste Musikzeitung Österreichs.
Schr: Erklärung des musikalischen Hauptzirkels 1810; Allgemeine Anfangsgründe der Tonkunst für Ton-Schulen 1810; Allgemeines musikalisches Lex. 1812; Der musikalische Gottesdienst 1822; Hg. der Zs. Musikalische Notizen 1812; Musikalische Ztg. für die österreichischen Staaten 1812/13.
W: Stanze im Canon für 2 Tenöre und Bässe.
Lit: F. Gräflinger, Der letzte Turnermeister von Linz in Tages-Post Linz 1909, Beil.Nr. 8.
Dessen Sohn Franz: * 2.4.1796 Linz, † 23.1.1872 Wien. Musiker, Archivar. Ausbildung bei seinem Vater und A. Salieri in Wien. 1816/17 Thurnermeister in Enns, ab 1824 Archivar der Gesellschaft der Musikfreunde, an deren Konservatorium er auch unterrichtete (1831–33 Posaune und Kontrabass). 1840 Eröffnung einer MSch., 1843 Gründung einer Musikalienhandlung, die er später an I. Bösendorfer verkaufte. 1849 Mitbegründer einer bis 1853 bestehenden Akademie der Tonkunst und später Gründer der Gesangschule Polyhymnia. Gab 1852–60 die Neue Wiener Musikzeitung heraus. Chordirigent an der Paulanerkirche (Wien IV).
P: Ehrenmitglied des Musikvereins Linz 1846.
Dessen Sohn Anton: * 29.12.1826 Wien, † 24.2.1858 Wien. Sängerknabe im Stift Klosterneuburg, besuchte die Akademie der bildenden Künste in Wien. Ab 1844 in der Kunst- und Musikalienhandlung des Vaters tätig, dessen Gesellschafter er 1854 wurde.
Franz Xavers Sohn Anton sen.: * 10.5.1797 Linz, † 24. 2.1814 Prag (gefallen). Organist an der Karmeliterkirche in Linz.
Ein Alois G. war 1844 Thurner in Waidhofen an der Ybbs/NÖ.
Lit: ÖBL 1 (1957); MGG 5 (1956); ÖL 1997; Personenlex. Öst. 2001; Czeike 2 (1993); Wessely 1950; Wessely 1953; F. Zamazal in O. Wessely et al. (Hg.), [Kgr.-Ber.] Bruckner Linz 1990, 1993; EitnerQ 4 (1900); GerberNTL 2 (1812); LandesChronikOÖ 1992; Krackowizer/Berger 1931.
AH