Gleink
Ehemaliges Benediktinerkloster nahe Steyr/OÖ (1939 eingemeindet); gegr. um 1125 und von Garsten aus besiedelt.

Wegen zu geringer Dotierung ist es nie besonders groß geworden und musste mehrfach von benachbarten Stiften administriert werden. Auf diese Weise könnte z. B. das Brevier mit dem ältesten Urbar von Kremsmünster (Linz, OÖ Landesbibliothek Cod. 290, 13. Jh.) hieher gekommen sein. Spätestens seit dem 15. Jh. (wohl nach der Weihe des gotischen Neubaus, 1436) hielt man auch hier einen Organisten, 1475 erlernten zwei Chorherren aus St. Florian hier das Orgelspiel. Nach den Türkenkriegen (1683) scheint es zu einer bescheidenen Blüte gekommen zu sein: 1692 erhielten die Sänger eine neue Instruktion; um 1740 hat der Profess P. Paulus Conrad auch komponiert (s. Abb.); 1732 erhielt die Kirche eine neue Egedacher-Orgel, doch wurde das Stift 1784 aufgehoben; die mittelalterlichen Hss. wurden der OÖ Landesbibliothek Linz (Archive) einverleibt. Über weitere musikalische Leistungen im Laufe der Geschichte ist bislang (2001) nichts bekannt.

Lit: W. L. Smith in FAM 27 (1980); K. Holter in [Kat.] Kirche in Oberösterreich 1985; Kellner 1956; O. Wessely, Oberösterreich 1951; K. Oettinger (Hg.), Reclams Kunstführer Österreich 1 (1961).

RF