Geutebrück, Robert
* 19.11.1897 Wien, † 10.2.1990 Wien. Komponist, Volksliedforscher.

Studierte Musiktheorie an der Wiener Musikakademie bei J. Marx (Abschluss 1924) und promovierte 1925 an der Wiener Universität. Ab 1929 Bibliothekar an der MAkad., später an der ÖNB und im Finanzministerium. Seit 1923 Mitglied des Wiener Männergesang-Vereines, wo er in der Vereinsleitung und als Klavierbegleiter tätig war. Erste Volksliedaufzeichnungen 1926; wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Volkslied in mehreren Schriften, wobei v. a. seine mit J. Gartner gemeinsam durchgeführten Untersuchungen über die überlieferte Mehrstimmigkeit in Kärnten bahnbrechend waren. Der musikalische Nachlass von G. befindet sich in der ÖNB Wien.

P: Silberne Ehrennadel des Wiener Männergesang-Vereines 1950.

W: Männerchorwerke; Streichquartett c-moll op. 12; Sagenspiel Ein Heldenleben, 1. Teil op. 8, 2. Teil op. 18; Weinheber-Lieder für Gesang und Streichquartett, op. 23; 4 Lieder (H. Sittenberger) für Gesang und Kl. op. 28; Konzert für Vc. und Orchester op. 38; Violinkonzert; Vokalsymponie Nr. I Heimat und Fremde, op. 39; Vokalsymphonie Nr. II Das Jahr, op. 42.

Schr: Über Form und Rhythmus des älteren dt. Volksgesanges, Diss. Wien 1925; Über Form und Rhythmus des älteren dt. Volksgesanges in AfMw 7 (1925); Die wahre Gestalt der älteren dt. Volksliedweise in Das dt. Volkslied 26 (1924) u. 27 (1925); Über die Mehrstimmigkeit im österreichischen Volksgesang in [Kgr.-Ber.] Beethoven-Zentenarfeier 1927; Der Volksgesang im Wiederaufbau unserer Kultur (Vortrag am 3.1.1927 in der Wiener Urania); Volkslieder in Bearbeitungen verschiedener Zeiten (Vortrag am 5.5.1927 in der Wiener Urania); Und der Wind verwahts Lab. Altüberlieferte Kärntner Volkslieder und Jodler 1957 (gem. m. J. Gartner).

Lit: J. Gartner in JbÖVw 8 (1959); E. Anzenberger in Das Sängermuseum. Mitt. des Sängermuseums des Fränkischen Sängerbundes e.V. 4/3 (1993).

GH