Franz (I): * 11.2.1815 Oberbaumgarten/Mähren (Horní Pěna/CZ), † 20.7.1876 Graz. Kontrabassist, Komponist und Lehrer. Zunächst in seinem Geburtsort tätig, kam 1841 nach Graz, wurde Mitglied des damaligen Städtischen Orchesters. Heiratete 1844 die aus Berlin stammende Auguste Theresia Amalie Lissmann (* 1.1.1820 Berlin, † 11.3.1880 Graz), eine Freundin C. Schumanns. 1847 Pläne zur Eröffnung eines Klaviersalons, 1851 Genehmigung. Zusammenarbeit mit Streicher, Bösendorfer, Schweighofer und Seuffert. Seine beiden Söhne
Franz (II): * 16.6.1852 Graz, † 13.10.1915 Graz. Klavierlehrer und Komponist. Unterrichtete an Klavierschule Buwa in Graz, komponierte Klavierstücke und Lieder. 1870–75 als Schüler in der Klasse Harmonielehre der Musikvereinsschule genannt, dessen Kompositionsversuche (Variationen für Klavier und Ouverture für Orchester) bei Schülerkonzerten aufgeführt wurden. 1879 suchte er um Eröffnung einer eigenen Klavierschule an, die 1880 genehmigt wurde. W. Kienzl zählte ihn sogar zu den bedeutenden Komponisten der Steiermark in der Nachfolge von R. Schumanns Klavierstil.
W: op. 2 (Ballade für Kl.), op. 4 (Ideale. 7 Fantasiestücke für Kl., F. v. Hausegger zugeeignet); op. 6 (Eine elegische Fantasie für Kl., Georg Gottfried Müller zugeeignet), op. 7 (Stammbuchblätter. 10 Kleine Charakterstücke für Kl.), o. op. (Auf Laßnitzhöhe [Waldfrieden], ein Idyll für Kl.); op. 5 (Eine Helgoland-Symphonie).
Albert: * 9.6.1855 Graz, † 3.12.1939 Graz. Geiger. 1870–75 Schüler der Violinklasse der Musikvereinsschule, übernahm 1876 gemeinsam mit seiner Mutter den Klaviersalon. War als Geiger im „Theaterorchester“ beschäftigt, gründete ein Streichquartett (gemeinsam mit F. Schalk , Alexander Presuhn, Aurel von Czerwenka), mit E. H. F. Decsey spielte er im Klaviertrio, W. Taussig, H. v. Bülow, H. v. Herzogenberg und Robert Jensen waren seine Gäste. Leitete bis 1939 die Firma, der am 22.11.1897 der Ehrentitel „K. u. K. Hoflieferant“ verliehen wurde. Verheiratet mit Paula (geb. Daempf, * 3.5.1866, † 3.12.1934), Pianistin, mit geschäftlichen Belangen der Firma betraut. Ihre beiden Söhne
Albert: * 16.10.1887 Graz, † 11.2.1979 Graz. Leiter des Klaviersalons gemeinsam mit seinem Bruder Richard ab 1939, Promotion zum Dr. jur. in Graz, nahm Cello-Unterricht bei Aurel von Czerwenka. Mitglied des Städtischen Orchesters (z. B. unter der Leitung von R. Strauss), des Orchesters der Akademischen Sängerschaft Gothia, des Knittelfelder Musikvereins, Kammermusikpartner von A. Michl und M. Soldat-Roeger. Spielte auch mit seinem Vater in diversen Quartettvereinigungen.
Richard: * 5.11.1889 Graz, † 9.4.1989 Graz. Leiter des Klaviersalons gemeinsam mit seinem Bruder, erlernte das Klaviermacherhandwerk ab 1908 in Wien bei der Firma Pallik und Stiassny sowie Firma Ludwig Bösendorfer, 1925 Klaviermachermeister. Betreute Klaviere in Konzertsälen. Dessen Sohn
Gerhard: * 1.7.1924 Graz, † 2.8.2002. Klavierbaumeister. Inhaber der heutigen Firma Klavierhaus F. & Sohn. Ab 1947 als Lehrling in der elterlichen Firma, 1952 Klavierbaufachschule in Ludwigsburg/D, Lehrjahre bei Bösendorfer in Wien (1954 Volontär) und Steinway & Sons in Hamburg (1957), 1958 Meisterprüfung als Klaviermacher. Seit 1958 in der Firma tätig, Alleininhaber seit 1964. Betreuung von Klavieren in öffentlichen Institutionen, Spezialisierung auf Reparaturen.
P: Kommerzialrat.
Dessen Sohn Peter: * 4.7.1950 Graz. Ausbildung bei den Firmen Schimmel und Bösendorfer in Wien. Seit 1969 in der Firma tätig.
Lit: StMl 1962–66; [Kat.] Musik i. d. St. 1980; F. Bischoff, Chronik des Steiermärkischen Musikvereins 1890; W. Kienzl, Miscellen 1886; pers. Mitt. der Familie G. F.
IH