Cavalieri (eig. Kavalier),Katarina(eig. Franziska Helena Appolonia;MGGundNGroveD:Catharina Magdalena Josepha)
* 18.3.1755 Wien, † 30.6.1801 Wien. Sängerin (Sopran).

Ihr Vater war der Musiker und Chorregent Joseph Carl Kavalier. C. nahm Unterricht bei A. Salieri, der sie zur italienischen Oper brachte. 1775 debütierte sie in Pasquale Anfossis La finta giardiniera im Kärntnertortheater (MGG: Burgtheater). Sie sang die Sophie in I. Umlaufs Die Bergknappen 1778 zur Eröffnung des durch Joseph II. gegründeten Nationalsingspiels; 1778–93 am Kärntnertortheater. 1781 sang sie die Nanette in Salieris Oper Der Rauchfangkehrer und 1783 die Ernestina in La scuola de’ gelosi, die er für ihre Stimme geschrieben hatte. W. A. Mozart schrieb viele Partien für sie. So kreierte sie die Rolle der Konstanze in der Entführung aus dem Serail 1782 (die Arie Ach ich liebte habe Mozart „ein wenig der gläufigen gurgel der Mad:selle C. aufgeopfert“). Sie war für die Rolle der Bettina in Mozarts unvollendet gebliebener Opera buffa Lo sposo deluso vorgesehen. Weiters sang sie den Sopran in der Kantate Davidde penitente und kreierte die Rolle der Mme. Silberklang in Der Schauspieldirektor. Bei der Wiener EA des Don Giovanni 1788 sang sie die Donna Elvira, und Mozart fügte für sie die Arie Mi tradì ein. In Mozarts Bearbeitung der Händel-Oper Acis and Galatea sang sie 1788 die Galatea, 1785 bei der UA der Oper Gli sposi malcontenti von St. Storace im Wiener Hofburgtheater die Enrichetta. C. wirkte regelmäßig bei Oratorienaufführungen der Wiener Tonkünstler-Sozietät mit und galt als eine der besten Sängerinnen ihrer Zeit.

Lit: MGG 4 (2000); NGroveD 5 (2001); K-R 1997 u. 2000; Czeike 1 (1992); Michtner 1970; A. Weinmann in Unser Währing 17/2 (1987); P. Lewy Gidwitz, Vocal Profiles of Four Mozart Sopranos, Diss. Berkeley 1991; D. Link, The National Court Theatre in Mozart’s Vienna 1998.

BB