Ab 1732 ist Z. als Organist in Prag nachweisbar; er bewarb sich 1737 vergeblich um das Organistenamt am Prager Veitsdom. Zwischen 1740/42 verließ Z. Böhmen, hielt sich um 1745 in Augsburg/D auf. Am 24.4.1745 Ernennung zum Hofkapellmeister des Mainzer Kurfürsten. 1746 Italienaufenthalt (u. a. Rom); schied 1756 freiwillig aus dem Hofkapellmeisteramt (Grabinschrift: „voluntarius exul“); in den folgenden Jahren bis zu seinem Tod 1773 bereiste er ohne feste Anstellung österreichische, mittel- und süddeutsche Residenzen und Klöster sowie mehrfach Italien. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit dem Verkauf eigener Kompositionen, mit Musikunterricht und durch Auftritte als Virtuose (Orgel, Violine). Bevorzugter Aufenthaltsort wurde das Zisterzienserstift Stams, wo Z. 1767, 1769 und 1771 zu Gast war und sich höchste Wertschätzung erwarb.
Z. war als Komponist im gesamten süddeutsch-österreichischen Raum hoch angesehen. Seine überwiegend in der Mainzer Zeit komponierten Sinfonien (Symphonie) zählen zu den frühesten autonomen Konzertsinfonien und bilden originelle Gattungsbeiträge. Die kirchenmusikalischen Werke der Prager Zeit zeigen Wiener (A. Caldara, J. J. Fux) und italienische Einflüsse. Mit den wohl bereits in Mainz komponierten Stamser Messen und dem oratorienhaft angelegten Stabat mater gelang Z. eine überzeugende Synthese zwischen sinfonischem Kirchenstil und seinem eigenwilligen Personalstil, der durch abrupte Affektwechsel, auf die Romantik voraus weisende harmonische Wendungen und feingliedrige Rhythmik gekennzeichnet ist.
W: ca. 35 Messen (darunter eine Pastoralmesse), 3 Requien, 6 Vespern, 2 Litaneien, 6 Te Deum, ca. 50 kleinere Kirchenwerke, 3 Oratorien (verschollen), Musicae navales op. 1–4, ca. 30 Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Klavier- u. Orgelmusik; zeitgenössische Druckausgaben: 6 Sonaten (Fl. od. V., Cb.), Paris um 1750; Sonate (Cb.) in Oeuvres meleés VI, Nürnberg 1759; Konzert (Cb., Orch.), Nürnberg 1766 (verschollen). – WV.e: Komma 1938, 109–124; A. Gottron/W. Senn in Mainzer Zs. 1 (1955); Gratl 2002 (Kirchenwerke).
TD: CDs des Instituts für Tiroler Musikforschung (1994, 1995, 1996, 1997, 1998).
Lit (chron.): K. M. Komma, J. Z. u. die tschechischen Musiker im dt. Umbruch des 18. Jh.s 1938; A. Gottron, Mainzer Musikgesch. v. 1500 bis 1800, 1959; W. Senn in Sborník prací Filozofické Fakulty Brnenské Univerzity 1965; NGroveD 27 (2001); T. Slavický, Bohemikalní prameny k životu a dílu Jana Zacha (1713–1773), Diss. Prag 2001; T. Slavický in Hudební veda 38/3–4 (2001) u. 39/1 (2002); F. Gratl, Die vokalen kirchenmusikalischen Werke J. Z.s (1699?/1713–1773): Philologische u. stilkritische Studien, thematisches Verzeichnis, Diss. Innsbruck 2002.
FG