Xaenorphica (versch. Schreibweisen)
Von C. L. Röllig, Offizial der k. k. Hofbibliothek in Wien, so genanntes Bogenklavier, „ein musikalisches Geigenbogen-Instrument mit einer Klaviatur“ (s. Abb.).

Es wurde nach seinen Angaben vom Wiener Klavierbauer Ma. Müller d. Ä. angefertigt. Das Instrument hatte einen Tonumfang von C–f’’’ und für jeden Ton einen eigenen Geigenbogen. Durch Niederdrücken einer Taste wurde der entsprechende Bogen an die zugehörige Saite herangeführt. Die Bewegung der Bögen wurde mit einem Pedal bewirkt. Der äußeren Form nach bestand die X. aus einem Tisch mit Klaviatur auf der einen und einer quer stehenden Harfe auf der anderen Seite, die von dem tischartigen Kasten mit den darin befindlichen Bögen umschlossen wurde. Da Röllig in seiner Schrift Unzulänglichkeiten des Bogenflügels von Karl Andreas v. Mayer zu Knonow (1744–97) in Görlitz/Schlesien (D) angemerkt hatte, entspann sich über die Zweckmäßigkeit seiner Konstruktion ein Disput, der in der Allgemeinen musikalische Zeitung 1801 ausgetragen wurde.

Lit: Journal des Luxus u. der Moden, Februar 1801; AmZ (August 1801), (Dezember 1801, Intelligenzblatt Nr. 4) u. April 1804, 450f [Nekrolog]; GerberNTL 3 (1812–14); G. Ch. Lichtenberg (Hg.), Magazin f. das Neueste aus der Physik u. Naturgesch., Bd. 9, 3. Stück (1794), 116–118; Archiv der TU Wien: Priv. Reg. Nr. 77 (s. Abb.); HKA: Commerz (Niederösterreich) Fasc. 72, Stück 16 vom Februar 1804, Exp. 4242/363.

HKo