Er wurde in Graz ausgebildet und arbeitete nach der Wanderschaft zwei Jahre bei Franz Ehinger († 1740) in Bozen. Anschließend ist er selbständig mit Reparaturen nachweisbar. 1743 wurde er in Bozen als Inwohner aufgenommen. Er war der bedeutendste Südtiroler Orgelbauer im dritten Viertel des 18. Jh.s; trotzdem wurden die repräsentativen Aufträge für den Brixner Dom an Augustin Simnacher (1756) und für die Bozner Pfarrkirche an Andreas Jäger (1764) vergeben. Der Baustil von W. zeigt einige Italianismen; v. a. disponierte er häufig die Prinzipalschwebung Fiffaro (Vivara).
Als Gehilfe ist ab den 1760er Jahren Joseph Werner (1725–96) erwähnt. Er tritt nach dem Tod W.s auch selbständig mit Reparaturen in Erscheinung.
W: St. Lorenzen/Südtirol (San Lorenzo di Sebato/I), Hl. Kreuz, um 1750/51 (I/8); Maria Weißenstein/Südtirol (Pietralba/I), 1754 (I/16; heute in Verla di Giovo/, Trentino/I); Dorf Tirol/Südtirol (Tirolo/I), um 1754/55; Tisens/Südtirol (Tesino/I), 1760; St. Ulrich in Gröden/Südtirol (Ortisei/I), 1762; Telve (Valsugana, Trentino/I), Akkord 1766; Maria Luggau/K, 1767 (II/17); Kaltern/Südtirol (Caldaro/I), Franziskanerkirche, 1766–68; (Bozen-)Gries, Pfarrkirche, 1770–72 (heute in Nals/Südtirol [Nalles/I]); Maria Waldrast/T, 1772/73 (II/17). – Undatiert: Schloss Wolfsthurn bei Mareit/Südtirol (Mareta/I) (I/8); Kaltern/Südtirol, St. Nikolaus (I/9); Kastelruth/Südtirol (Castelrotto/I), Pfarrkirche; Völs am Schlern/Südtirol (Fié allo Sciliar/I), Pfarrkirche (II/20); Bozen, Dominikanerkirche, Chororgel (heute in Oberbozen, Maria Himmelfahrt; I/10).
Zwei Söhne wurden ebenfalls Orgelbauer: Dominicus (* 3.8.1748 Bozen, † 12.5.1781 Bozen) und Simon (* 21.5.1753 Bozen, † 21.4.1809 Bozen); sie sind nach dem Tod des Vaters jedoch lediglich mit Reparaturarbeiten nachweisbar. Simon war in den letzten Lebensjahren auch Kalkant an der Bozner Pfarrkirche.
Der ebenfalls aus Vils stammende Johann Conrad W. (* 2.8.1701, † 3.12.1777 Rom) war nicht unmittelbar mit Ignaz Franz verwandt. Er reparierte 1726 die Orgel von Breitenwang/T, ging dann nach Rom und erlangte dort als Giovanni Corrado Verlé größere Bedeutung.
Lit: A. Reichling, Orgellandschaft Südtirol 1982. A. Reichling in R. Bader (Hg.), Durch Jh.e getragen. 600 Jahre Pfarrgemeinde Vils 1994; F. Luccichenti in Amici dell’organo di Roma, Serie II (1985) [J. C. W.].
MR