Im Anschluss an ein Jusstudium an der Univ. Wien (Dr.) begann W. 1885 seine berufliche Laufbahn im Staatsdienst. Als Ministerialrat des Ministeriums für Kultus und Unterricht war er in zahlreichen Kommissionen, Gremien und Vereinsvorständen vertreten. 1906 wurde W. mit der Inspektion der österreichischen Musikschulen beauftragt und war maßgeblich an der Verstaatlichung des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde zur Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien beteiligt, zu deren erstem Präsidenten er 1908 ernannt wurde. Gleichzeitig wurde er zum Vorsitzenden der neu gegründeten Ständigen Kunstkommission (Sektion für Musik) im Ministerium für Kultus und Unterricht bestellt, die für alle Angelegenheiten der Musikschulen Österreichs zuständig war, weiters mit dem Vorsitz des leitenden Hauptausschusses für Das Volkslied in Österreich ( Volksliedwerk ) betraut.
Sein autokratischer Führungsstil war nicht unumstritten, im Zuge der „Demokratisierung“ der MAkad. wurde W. 1919 pensioniert. 1930 übernahm er den Vorsitz einer vom Ministerium für Unterricht und Kunst eingesetzten Kommission zur Überprüfung der Wiener MAkad. und der seit 1924 von dieser abgespaltenen Fach-Hsch. für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1931 wurden die beiden Anstalten unter seiner Führung wieder vereinigt, W. wurde mit Ende November 1932 von der Leitung abberufen.
P: Zahlreiche österr. und dt. Orden.
Lit: Jahresbericht der k. k. Akad. f. Musik u. darstellende Kunst in Wien 1908/09 u. 1918/19; L. Heller, Politische Gesch. der Wr. MAkad. 1919–1931, Dipl.arb. Wien 1989; L. Heller, Gesch. der Wr. Musikhochschule 1909–1970, Bd. 1: 1909–1918, 1994 [Ms.]; F. Planer (Hg.), Das Jb. der Wr. Ges. 1929; Archiv MUniv. Wien (Nachlass).
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