Ihre Anfertigung ist aus vielen Ländern bekannt und überall die gleiche. Das Rohmaterial, die Zweige, müssen „im Saft“ sein, damit sich die Rinde lösen kann. Man schneidet ein etwa fingerdickes Stück ab, kerbt es entsprechend ein und klopft dann so lange auf die Rinde, bis sich diese als Röhre ablösen lässt. Aus dem übrig bleibenden Holzkern wird das Labium geschnitten; oft fungiert der Kern auch, ins untere Ende gesteckt, als verschiebbarer Kolben, mit dem die Tonhöhe verändert werden kann. Auch W.n mit mehreren Grifflöchern sind möglich. Die W. trocknet meist schon nach wenigen Tagen aus und wird unbrauchbar. Das Maipfeiferlschneiden war lange Zeit eine Tradition der Hirten und Halterbuben; von besonderem Interesse sind die in der Kinderspielforschung als „Bastlösereime“ bekannt gewordenen „Zaubersprüche“, die beim Klopfen auf die Rinde skandiert werden. Für das 17. Jh. belegt P. L. v. Schniffis durch seine Mirantische Mayen-Pfeiff oder Marianische Lob-Verfassung... das Instrument, das zwar nur von „schlechten Hirten und Bauers-Leuten“, jedoch durchaus „anmuthig“ gespielt würde.
Lit (alphabet.): K. Beitl in JbÖVw 15 (1966); G. u. K. Horak (Hg.), Tiroler Kinderleben in Reim u. Spiel. Tl. 1: Reime 1986; K. M. Klier in Das dt. Volkslied 45 (1943); K. M. Klier, Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen 1956; K. Paganini in Wr. Zs. f. Volkskunde 37 (1933); Filmdokument: R. Pietsch, Mitteleuropa, Burgenland – Anfertigung von einfachem Kinderspielzeug (Maipfeiferl, Rindenoboe, Hollerbüchse, Zitterwagen). Film C 1964 des ÖWF Wien, Österr. Bundesinstitut f. den Wissenschaftlichen Film 1989; Begleitveröffentlichung v. R. Pietsch in Wissenschaftlicher Film 41 (1990).
GH