Walter (Walther),Lothar Franz
* ca. 1656 (Ort ?), † 18.4.1733 Wien. Orgelmacher.

Legte am 13.7.1696 in Wien den Bürgereid ab und schien bis 1699 in den Steuerbüchern auf. Am 2.5.1703 wurde er in Nachfolge von Ferdinand Niederhauser (Niederhäußer, * ca. 1668, † 2.11.1702 Wien) am Wiener Hof zum „Calcant und Orgelmacher“ ernannt. 1714 wohnte W. im „Wagenlehnerschen Hauß beym Schottenthor“ und im darauffolgenden Jahr im „Mittelbeckisch Hauß beym Schotten Thor“, in dem er bis zu seinem Tod verblieb. W.s Nachlass umfasste neben wenigen Instrumenten, wie „1 Positiv mit 4 Register“, einem weiteren Positiv „mit 6 Register“, sowie „1 Instrument“, Instrumentenbestandteilen und Werkzeug v. a. eine umfangreiche Bibliothek.

Die Orgelbautradition Ws. wurde von Joseph Wibl (Wibel, erwähnt 1719), der als Geselle bei W. arbeitete, sowie von J. Leydecker, der sich als des „des ältisten orglmacher Frantz Walters“ Vetter bezeichnete und bei ihm sieben Jahre lang das Handwerk des Orgelbaus lernte, fortgeführt. W. erlangte vorwiegend als Orgelmacher hohe Bekanntheit, doch fertigte er auch andere Tasteninstrumente an.

Lit: A. Huber (Hg.), Das österr. Cembalo 2001, 124, 151, 174, 490f; Knaus 1969; R. Maunder, Keyboard Instruments in Eighteenth-Century Vienna 1998; R. Walter in R. Scholz (Hg.), Organa Austriaca 3 (1982). – Archivalien HHStA: OMeA Protokoll 12/1729, Protokoll 14/1733; OMeA Alte Akten Karton 12/1703, Alte Akten Karton 13/1711, Alte Akten Karton 25/1729.

BDa