Studierte bei Johann Emmerich Hasel und trat 1874 in die von Ph. Fahrbach jun. geleitete Musikkapelle des IR.s Nr. 23 ein. Als Militärkapellmeister diente er 1878–91 bei den „47ern“ in Trient (Trento/I), Wien, Marburg (Maribor/SLO) und Graz sowie 1891–99 bei den „49ern“ in Krems/NÖ, Mostar/BiH und Brünn (Brno/CZ). W. spielte mit seinen Militärmusikern oft in Unterhaltungslokalen; während seiner Garnisonierung in Krems und Brünn reiste die Kapelle (teilweise sogar mehrmals pro Woche!) zum Konzertieren auch nach Wien. Die „49er“ musizierten an Sonn- und Feiertagen während der Wintersaison im Kursalon (Wien I), während der Sommerzeit im Hotel am Kahlenberg (Wien XIX). Häufige Auftritte gab es auch in den Blumensälen der k. u. k. Gartenbau-Gesellschaft und in Pertl’s 3. Kaffeehaus im Prater (Wien II). 1900 gründete Wagner eine erfolgreiche Privatkapelle in Wien, mit der er oft in Paul Hopfner’s Casino (vormals Dommayer [Wien XIII]) spielte. Schon von den Zeitgenossen wurde W. als „(Wiener) Marschkönig“ bezeichnet.
G: Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof.
W: ca. 500 Kompositionen, hauptsächlich Tanzmusik, Märsche (Gigerl-Marsch op. 150, Unter dem Doppeladler op. 159 [1891], Tiroler Holzhacker-Buam op. 356, 47er Regimentsmarsch op. 180) u. Potpourris, die als „Spezialität“ W.s bei den Unterhaltungskonzerten galten.
Lit: NGroveD 26 (2001); Lang 1986; F-A 1936; Brixel/Martin/Pils 1982; F. u. E. Anzenberger, Märsche der k. u. k. Zeit 2004; G. Wichat in StMw 39 (1988).
FA