Vancsa, Max(Pseud. Hagen)
* 1.10.1866 Wien, † 24.7.1947 Wien. Historiker, Musikkritiker und -schriftsteller.

Der Sohn eines Posamentierers studierte an der Univ. Wien v. a. Geschichte (1890 Dr.). Zunächst Archivar und Bibliothekar im Finanzministerium, 1896 Kustos und Bibliothekar am Niederösterreichischen Landesarchiv (ab 1918 Direktor der Bibliothek), begründete er 1911 das Niederösterreichische Landesmuseum (bis 1922 dessen Direktor) und war 1915–24 Direktor des Niederösterreichischen Landesarchivs. Neben seinen zahlreichen Veröffentlichungen und seiner regen volksbildnerischen Tätigkeit auf dem Gebiet der Geschichte entfaltete V. ab 1892 auch eine reiche publizistische Tätigkeit als Musikschriftsteller und -kritiker, wobei er mit Nachdruck für A. Bruckner, H. Wolf und v. a. Rich. Wagner eintrat.

Schr: Gesch. Nieder- u. Oberösterreichs, 2 Bde. 1905–27 (ND 1966); Politische Gesch. der Stadt Wien (1283–1522) in Gesch. der Stadt Wien 2/2 (1905); Quellen u. Geschichtschreibung u. Politische Geschichte in Gesch. der Stadt Wien 4 (1911); Fünfzig Jahre Verein für Landeskunde von Niederösterreich 1864–1914, 1914; Beethovens Neffe in Allgemeine Ztg. 6./7.2.1901 (Beilage); Ein Alt-Wr. Konzertsaal in Musikbuch aus Österreich 1 (1904); Franz Stelzhamer über die Musik in Musikbuch aus Österreich 3 (1906); Aufsätze u. a. in Neue musikalische Presse, Rheinische Musik-Ztg., Der Kunstwart, Die Wage, Das Neue Reich; Konzert- u. Opernkritiken u. a. in Neue musikalische Presse u. Ostdt. Rundschau.

Lit: K. Lechner in Jb. f. Landeskunde Niederösterreichs N. F. 29 (1948); A. Lhotsky, Gesch. des Instituts f. österr. Gesch.s-Forschung 1854–1954, 1954; S. McColl, Music Criticism in Vienna 1896–1897, 1996; V. Reittererová/H. Reitterer, Vier Dutzend rothe Strümpfe 2004; Czeike 5 (1997); Fromme’s musikalische Welt 1897, 162; MGÖ 3 (1995) [Vansca]; eigene Recherchen.

HR