Sohn des Organisten Wenzel Ignaz T., von dem er ersten musikalischen Unterricht erhielt. T. besuchte das Prager Jesuitenseminar und war vermutlich Tenorist an der Prager St. Jakobs-Kirche. Vielleicht schon um 1722 (Kirchen-)Vizekapellmeister in Wien, ist seine Anwesenheit hier jedoch erst ab 1729 gesichert. 1731–41 Kapellmeister und Komponist bei Franz Ferdinand Graf Kinsky, dessen Kapelle er vermutlich bereits vorher angehört hatte und der ihm ein Kontrapunktstudium bei J. J. Fux ermöglichte. Über Kinsky dürfte T. mit B. Czernohorsky in Prag in Kontakt gekommen sein. 1741–50 war T. Kapellmeister von Elisabeth Christine, der Witwe K. Karls VI.; 1750–68 lebte T. ohne feste Anstellung als angesehener Komponist und Gambenvirtuose in Wien. 1768 übersiedelte er in das Kloster Geras, zu dem er bereits ab den 1750er Jahren intensiven Kontakt hatte.
W: über 60 Messen, 29 Vespern u. Psalmen, 28 Motetten u. Hymnen, 20 Litaneien, 5 Stabat mater, 3 Magnificat, 13 marianische Antiphonen, kleinere Kirchenmusik; Sonaten, Partiten u. Symphonien zu 3–4 Stimmen.
Sein Sohn Jacob: * 1727 oder 1731 Wien?, † 7.5.1784 Wien. Violinist. War Mitglied der Kapelle Elisabeth Christines vom 1.4.1750 bis zu deren Auflösung Ende des Jahres. Nach 1753 [Köchel: 1767] wurde er Mitglied der Hofmusikkapelle und 1772 der Tonkünstler-Sozietät.
Lit: H. Vogg, F. T. (1704–1774) als Instrumentalkomponist nebst Beiträgen zur Wr. Musikgesch. des 18. Jh.s (Die Hofkapelle der Kaiserin-Witwe Elisabeth Christine), Diss. Wien 1951 [mit WV]; A. Peschek, Die Messen von F. T. (1704–1774), Diss. Wien 1956 [mit WV der Messen]; T. M. Klinka, The choral Music of F. I. T., Diss. Univ. of Iowa 1975; NGroveD 25 (2001); MGG 13 (1966); Wurzbach 48 (1883); Riemann 1961 u. 1975; ADB 38 (1894); Erhart 1998 [Donberger]; Köchel 1869; MGÖ 2 (1995); WStLA (Portheim-Kat.).
ChF