Wuchs in Wiener Neustadt/NÖ auf, wo er 1735 eine Buchdruckerlehre begann. 1739 kam er als Geselle nach Wien. 1748 erwarb er die Jahnsche Druckerei im Schottenhof (Wien I), 1752 erhielt er den Druckauftrag für alle österreichischen Schul- und Lehrbücher. Er gründete Filialen in mehreren Städten der Monarchie, in Franzensthal (Františkov/CZ) und Ebergassing/NÖ baute er Papierfabriken. 1768 bezeichnete L. Mozart T.s Buchhandlung als die wichtigste in ganz Wien. 1773–76 errichtete er am Graben (Wien I) den sog. „T.(n)hof“ (1911 abgerissen), in dem die Familie Mozart 1784 für mehrere Monate wohnte und wo W. A. Mozart im März 1784 drei Subskriptionskonzerte gab, bei denen die Klavierkonzerte KV 449–451 zur UA gelangten. Das Ehepaar T. fungierte als Taufpaten bei vier Kindern Mozarts. Im T.hof wohnten auch C. Pichler und 1883/84 H. Bahr sowie H. Wolf.
G: Mausoleum Pfarrkirche Wienerherberg; Büste Kurpark Bad Tatzmannsdorf; T.hof (Gasse, Wien I).
P: Hofbuchhändler 1752; Hofbuchdrucker 1754; Reichsritterstand 1764.
Seine zweite Frau Maria Theresia Edle (geb. von Nagel): * 22.11.1758 Wien, † 12.7.1793 Altlerchenfeld (heute Wien VIII/VII). Ehelichte 1776 Th. T. und war ab Oktober 1781 eine von W. A. Mozarts ersten Wiener Klavierschülerinnen. Ihr sind die Klaviersonate KV 457 und die Fantasie KV 475 gewidmet.
Lit (chron.): Wurzbach 46 (1882); H. Cloeter, J. Th. T. 1952; G. Gugitz in ÖMZ 11 (1956) [M.Th.T.]; U. Giese, J. Th. Edler v. T., Diss. Univ. Wien 1959; H. C. R. Landon (Hg.), Das Mozart Kompendium 1991; H. Schuler, Mozart u. die Freimaurerei 1992; P. Clive, Mozart and His Circle. A Biographical Dictionary 1993; Czeike 5 (1997); I. Jaklin, Das österr. Schulbuch im 18. Jh. aus dem Wr. Verlag T. u. dem Schulbuchverlag 2003; WStLA (TBP 1793).
ChF