Tischler, Hans
* 18.1.1915 Wien. Musikwissenschaftler.

Studierte Klavier am Neuen Wiener Konservatorium (1930–33), an der Wiener MAkad. (1933–35, auch Komposition und Dirigieren) sowie an der Univ. Wien Musikwissenschaft (Dr. 1937). Er emigirierte 1938 über England in die USA (Exil), wo er Klavierunterricht gab und daneben an der Yale University bei Leo Schrade und Paul Hindemith studierte (zweites Doktorat 1942). Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Prof. in Buckhannon, West Virginia/USA, Chicago/USA und 1965–85 an der Indiana University, Bloomington/USA. Er war in erster Ehe mit der Wiener Musikwissenschaftlerin Luise Hochdorf (1915–57) verheiratet. Bekannt wurde er v. a. durch seine Gesamtausgaben mittelalterlicher Ein- und Mehrstimmigkeit.

P: Ehrenmitglied der ÖGMw.

Schr: Die Harmonik in den Werken Gustav Mahlers, Diss. Wien 1937; The Motet in Thirteenth-Century France, Diss. Yale University 1942; Aufsätze. – NA: The Montpellier Codex, 4 Bde. 1978–85; The Earliest Motets (to circa 1270), 3 Bde. 1982; The Parisian Two-Part Organa, 2 Bde. 1988; Trouvère Lyrics with Melodies (= CMM 107/1–15 [1997]); The Earliest Polyphonic Art Music. The 150 Two-Part Conductus in the Notre-Dame Manuscripts, 2 Bde. 2005.

Lit: NGroveD 25 (2001); MGG 13 (1966) u. 16 (1979); Orpheus im Exil 1995; Riemann 1975; MGÖ 3 (1995).

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