Sohn des musikbegeisterten Beamten Emil S. (* 14.8.1902 Graz, † 27.6.1964 Leibnitz/St), der in Irdning ein Streichorchester leitete und in Leibnitz eine Jugendblaskapelle (die spätere Stadtkapelle) gründete. W. S. war bis 1958 Schüler des Steiermärkischen Landeskonservatoriums in Graz und studierte ab 1954 an der Univ. Graz Musikwissenschaft (Dr. 1959) und Volkskunde. Ab 1961 in Freiburg im Breisgau/D am Institut für ostdeutsche Volkskunde. 1971 Habilitation an der Univ. Mainz/D, 1973 hier außerplanmäßiger Prof. 1974–2001 Prof. und Vorstand des Instituts für Musikethnologie an der MHsch./MUniv. Graz, ab 1975 auch Lehrbefugnis für Vergleichende Musikwissenschaft an der Univ. Graz. Ab 1974 Präsident der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik; 1995–2001 Präsident der Johann Joseph Fux-Gesellschaft, seit 1996 Landesobmann des Steirischen Blasmusikverbandes. S.s Arbeiten beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit europäischer und vergleichender Volksmusikforschung, mit Anthropologie der Musik, mit Blasmusikforschung und Forschungen zur steirischen Musikgeschichte.
P: Großes Ehrenzeichen des Landes Steiermark 1977; Forschungspreis des Landes Steiermark 1984; Bundesverdienstkreuz I. Klasse der BRD 1993; Ehrenring der Heimatgemeinde Pürgg/St 1993; Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich 1994; Großes Goldenes Verdienstzeichen des Landes Steiermark 1995; Goldenes Ehren-Kreuz der Confédération Internationale des Sociétés Musicales (CISM) der UNESCO 1998; Medaille „Pro Musica Austria“ 2004; div. Auszeichnungen europäischer Blasmusikverbände.
Schr: Heinrich Eduard Josef v. Lannoy (1787 bis 1853). Leben u. Werke, Diss. Graz 1959 (z. T. gedruckt 1960); (Hg.), StMl 1962–66; Volkslied. Seine Slg. u. Erforschung 1966, 21977; Liedleben zwischen Renaissance u. Barock 1973; Hb. des Volksliedes 1: Die Gattungen des Volksliedes 1973; Der musizierende Mensch 1985; Musica humana 1986; (Hg.), Schladminger Gespräche zum Thema Musik u. Tourismus 1991; weitere Monographien u. Lexika zu den Themen steirische Musikgesch. u. Blasmusik. – (Hg.), Alta Musica 1976ff (gem. m. E. Brixel; seit 2002 gem. m. B. Habla), Musikethnologische Sammelbde. 1977ff, Musik aus der Steiermark 1979ff. – zahlreiche Aufsätze, z. T. NA in W. S., Werk u. Wirkung, 3 Bde. 2000.
Lit: Z. Fálvy in W. S., Werk u. Wirkung 2000; B. Habla (Hg.), [Fs.] W. S. 1993; NGroveD 23 (2001); Suppan 1994; Riemann 1975; StMl 1962–66 [Emil S.]; div. Who is who; MGG 12 (1965); F-A 2 (1978).
Seine Söhne
Peter-Michael: * 22.6.1958 Graz, † 2.9.1979 Graz. Klarinettist. Studierte an der Grazer MHsch. Er war als Solist sowie Mitglied des Reicha-Quintetts tätig.
Lit: Suppan 1994 [W. S.].
Armin: * 16.10.1959 Graz. Hornist. Studierte ab 1974 Waldhorn an der Grazer MHsch. (Mag. art. 1987) und ab 1980 in Detmold/D (Reifeprüfung 1984). 1984–94 Dirigent von Blasorchestern in Deutschland, 1994–99 Militärkapellmeister-Ausbildung in Österreich. Seit 1999 Lehrer am Grazer Johann-Joseph-Fux-Konservatorium. Dirigent verschiedener Blasorchester und -kapellen (u. a. Pürgg/St).
W: Kompositionen (Johann Joseph Fux-Suite 1987, Schloßberg-Hymne 1988, Wr. Barock-Ouvertüre 1993, Ortenberg-Fanfare 1996, Nordpol-Fanfare 1997) u. Bearbeitungen f. Blasmusik.
Schr: Fünfzig Jahre Blasmusikverlag Schulz – 1937 bis 1987, Dipl.arb. Graz 1987 (z. T. gedruckt 1987); Repertorium der Märsche f. Blasorch., 2 Tle. 1982 u. 1990; Suppan 1994; (Hg.), [Kgr.-Ber.] Banska Bystrica 1998, 2000.
Lit: Suppan 1994; www.blasmusik-verband.at (11/2005).
BB