Studierte nach den Gymnasial- und Lyceumsklassen (1816–21 und 1823/24 in Salzburg, 1822 in Graz) Jus in Graz und ab 1828 in Wien. 1829/30 war er als Erzieher in Reindorf (Wien XV) und Bielitz (Bielsko-Biała/PL) tätig, ab 1831 besuchte er die Wiener Akad. der Bildenden Künste und begann 1832 ein Theologiestudium in Linz. Anschließend begab sich St. als Schauspieler bzw. Mitglied von Theatertruppen auf Wanderschaft (u. a. 1835/36 in Passau/D) und erreichte 1837 seinen Durchbruch als Dichter und Schriftsteller. Bis 1842 wirkte er als Journalist (Wr. Zeitschrift, Humorist, Theater-Ztg.) in Wien, danach lebte er v. a. in Ried im Innkreis, Salzburg und Henndorf. Regelmäßig unternahm er ausgedehnte Reisen durch Deutschland und Österreich. Einige seiner Gedichte wurden von E. Zöhrer in Musik gesetzt. St.s Gedicht Hoamatgsang (1837) ist in einer Vertonung von H. Schnopfhagen (1884; 1., 2. und letzte Strophe) seit 1952/53 Landeshymne (Hymnen) Oberösterreichs. St. erhielt ab 1862 eine jährliche Subvention (400 fl) seitens des oberösterreichischen Landesausschusses und ab 1864 einen jährlichen Pensionsbeitrag (600 fl) von der Staatsregierung. Er gilt als bedeutendster Vertreter der oberösterreichischen Mundartdichtung des ländlich-bäuerlichen Milieus.
G: Gedenktafeln am Geburtshaus, an der Volksschule in Pramet sowie am Wohn- u. Sterbehaus in Henndorf; Gedenkstein vor dem Geburtshaus; Grabdenkmal am Friedhof Henndorf; Denkmäler im Linzer Volksgarten 1908 u. in Ried 1911; St.straße in Linz u. Ried; St.platz (Ried); St.weg (Graz XI).
Schr: Lieder in obderenns’scher Volksmundart 1837; Neue Gesänge in obderenns’scher Volksmundart 1841; Gedichte in obderenns’scher Volksmundart, 4 Bde. 1844–68; Prosa, 3 Bde. 1845; Jugend-Novellen 1846; Heimgarten 1847; Politische Volkslieder 1848; Das bunte Buch 1852; Gambrinus 1853; D’Ahnl 1854; Gedichte 1855; Aus meiner Studienzeit 1875; Liebesgürtel 1876.
Lit: ADB 36 (1893); Wurzbach 38 (1879); Kosch 4 (1998); Krackowizer/Berger 1931; E. Straßmayr, Oberösterr. Männergestalten 1926; F. Grasberger, Die Hymnen Österreichs 1968; MGÖ 3 (1995); www.franzstelzhamer.at (10/2005).
ChF