Die K. S. lebten in ihrem jetzigen Siedlungsgebiet schon vor der deutschsprachigen Bevölkerung. Bei der Volksabstimmung am 10.10.1920 stimmten 60 % der mehrheitlich slowenischsprachigen Bevölkerung Südkärntens für einen Verbleib bei Österreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem viele K. S. sich den Partisanen anschlossen und slowenische Familien ausgesiedelt wurden, hat man im Artikel 7 des Österreichischen Staatsvertrages die Rechte der „Minderheit der S. in Kärnten und der Steiermark“ festgeschrieben.
Wenn es darum geht, das für eine Volksgruppe typische Liedgut herauszuschälen, ist darauf Bedacht zu nehmen, welches sich die Volkssänger zu Eigen gemacht und welches sie selbst geschaffen haben. Die Übertragung von Sänger zu Sänger (insbesondere des Singstils mit dem langsamen Tempo, den Dehnungen und rhythmischen und melodischen Nuancierungen) spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Motivation dazu: die Tatsache, dass man sich mit dem Lied wohl fühlt. Die slowenischen Volkssänger in Südkärnten singen meist auswendig. Gewöhnlich übernimmt der Sänger das Lied nach dem Gehör, z. B. in einer fröhlichen Runde. Ein Vorsänger beginnt mit dem Lied, die anderen Sänger fallen danach mit ein, wobei sie eine homophone Mehrstimmigkeit hervorbringen, bei der die Melodie des Vorsängers durch darüber liegende Terzen vom höheren Tenor begleitet wird. Hinzu treten ein Funktionsbass und ein etwas freierer Quintbass, welcher auch für harmonische Dissonanzen in Form von Vorhalten, Nebennoten, Durchgangstönen usw. sorgt. Die fünfte Stimme ist meist eine Überschlagsstimme. Guten Sängern gelingt es mitunter, sich nach einmaligem Hören das Lied zu Eigen zu machen. Liedaufzeichnungen belegen auch eine größere Streuung an Gattungen, wechselnden Taktarten und insbesondere die Verwendung des 5/8- und des 5/4-Taktes bei insgesamt dominierendem 3er-Takt.
Erste schriftliche Zeugnisse über das slowenische Volkslied sind zufällig erhalten geblieben. Bereits im Mittelalter entstand ein Fragment eines Dankliedes (im Schwabenspiegel aus dem 14. Jh.), welches das Volk bei der Einsetzung des Kärntner Herzogs gesungen hat. Primus Trubars slowenisches geistliches Liederbuch (1584; Kirchengesangbuch) enthält das Lied von den zehn Geboten, ein Osterlied, ein Christi-Himmelfahrtslied sowie einige Koleda-Lieder, welche z. T. heute noch gesungen werden. Gezielteres Sammeln von slowenischen Volksliedern in Kärnten begann mit Urban Jarnik (1784–1844). Das von M. Achazel 1833 in Klagenfurt herausgegebene slowenische Liederbuch mit Noten enthält vorwiegend Gebrauchs- und Modelieder. Ebenfalls mit Melodien erschien 1846 Matija Majars Liederbuch, welches auch geistliches Liedgut enthält, das bis heute gesungen wird.
Die ältere Quellenlage ist für das slowenische Volkslied in Kärnten besser als für das deutschsprachige, was durch publizierte Volksliedersammlungen von Janez Scheinigg und Karel Štrekelj noch unterstrichen wird. Am bedeutendsten ist Zmaga Kumers fünfbändige Ausgabe mit über 3.000 slowenischen Volksliedern aus Kärnten und über 1.000 Melodien. Eine Ergänzung dazu ist die Sammlung Engelbert Logars, die weiteres Liedmaterial aus dem Jauntal (1.000 Lieder mit ca. 600 Melodien) enthält. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Kärnten von slowenischer und Kärntner-slowenischer Seite viel geforscht und gesammelt, so durch den Klagenfurter Musiklehrer F. Cigan (Czigan), Z. Kumer und weitere Mitarbeiter des Instituts für musikalische Volkskunde in Ljubljana. Die deutschsprachige Seite hat das slowenische Volkslied eher ignoriert oder abschätzig beurteilt. Der Konflikt entsteht durch die Ähnlichkeit des deutschsprachigen mit dem slowenischen Liedgut in Kärnten. Durch neuere Forschungen mit interethnischem Ansatz wird diese Konfliktsituation jedoch relativiert.
Zu der Tatsache, dass Kärnten heute das Bundesland mit der höchsten Chordichte in Österreich ist, tragen sowohl deutschsprachige als auch slowenische Chöre bei. Die Instrumentalmusikpraxis der K. S. ist geprägt von den vorgegebenen Möglichkeiten einer ländlichen Bevölkerung. Zunächst waren in Kärnten verschiedene Flöteninstrumente, Maultrommel, Dudelsack und verschiedene Zithervorformen gebräuchlich. Die Geige wurde im 18. Jh. populär und später besonders von der Lehrerschaft gepflegt. Im 19. Jh. dominierte nach zeitgenössischen Berichten die Zither zum Gesang. Im 20. Jh. wurde sie von der steirischen Harmonika ersetzt. Einige Formationen mit Blasinstrumenten wie der Klarinette sind ab der 2. Hälfte des 19. Jh.s belegbar. Sie verstärken sich insbesondere seit der 2. Hälfte des 20. Jh.s, als die Gründung der slowenischen MSch. in Kärnten gelang. Eine Sonderform stellt die Tamburizza dar. Das Tamburizzaorchester fand seit ca. 1900 in Kärnten starke Ausbreitung (etwa 40 Tamburizzaorchester zu meist 10–15 Spielern). In der Zeit zwischen den Weltkriegen klang diese Modemusik etwas ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Tamburizzawesen v. a. bei den burgenländischen Kroaten, während es in Südkärnten nur noch von einigen Formationen, doch z. T. bereits in der 5. oder 6. Generation weitergepflegt wird. Weitere Vokal-Instrumentalgruppen, die zum Tanz aufspielten, sind bei den S. in Kärnten vielfach belegbar. Seit den 1960er Jahren bildeten sich solche, die Verstärker benutzten und auch Tonträger herausbrachten (Gojer, Fidele Unterlandler, Ansambel Artač, Trio Lipusch, Trio Pavlič, Alpen-Adria-Sextett, Ansambel Drava, Korenika). Einige Impulse für Jugend- und Jazz-Bands kamen aus dem slowenischen Gymnasium (Mladi mi, Zmeda, Yeti, Energija, 4J). Die neuerdings gegründete Rockgruppe Bališ (nach dem Vorbild der burgenländisch kroatischen Rockgruppe Bruji) und verschiedene ausgebildete Jazz-Musiker mit ihren Gruppen (z. B. Emil Krištof, Tonč Feinig, Stefan Thaler) transportieren zeitgenössische musikalische Strömungen der K. S.
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