Thurnermeister. Als solcher der erste nachweisbare von Leoben, der allerdings noch keine „Musikindividuen“ hielt und keine Chorsänger, Diskantisten u. dgl. ausbildete. 1745 übernahm er die Leitung der Kirchenmusik, 1777 die Gesamtleitung der Stadt- und Kirchenmusik. Aus seiner Amtszeit ist Notenmaterial der Kirche St. Jakob erhalten, in dem er des öfteren als Kopist aufscheint. S. übte außerdem das Gewerbe eines Rauheisenverlegers aus. Er heiratete am 31.5.1745 in Steyr/OÖ Maria Theresia Sertl (* ca. 1717, † 12.12.1751), Tochter des dortigen Thurnermeisters F. J. Sertl und in 2. Ehe am 23.5.1753 in Leoben Constantia Jäger. Seine Söhne
Anton Johann: * 5.6.1754 Leoben, † 15.1.1834 Leoben. Thurnermeister. Folgte 1779 auf seinen Vater. Aufgrund der einsetzenden allgemeinen Teuerung war er bestrebt, die Stadt- und Kirchenmusik mit möglichst wenig Musikanten zu besorgen, was 1810 und 1816 zu Klagen des Magistrats und des Stadtpfarrers führte. Seine Entlassung wurde nur dadurch verhindert, dass es keinen anderen Lehrer gab, der die Schüler in der Violine und anderen Instrumenten, mit Ausnahme der Orgel und des Forte-Piano, unterrichten konnte.
Leopold: * 9.11.1760 Leoben, † 28.1.1799 Göß/St. Sänger. Ist als Domchoralist in Göß bis 1799 nachweisbar.
Franz Michael: * 21.9.1759 Leoben, † 7.8.1809 Göß. Schullehrer, Chorregent und Organist. Ab 1796 war er Schulmeister in Trofaiach/St und ab 1801 nach Ernest Hantsch Chorregent- und Domorganist in Göß (bis 1809). In der Folge war er bis 1809 provisorischer Leiter der Schule Göß.
Dessen Sohn Friedrich: * ca. 1800 Trofaiach?, † 15.1.1865 Leoben. Musiklehrer, Thurnermeister, Organist. War unter seinem Onkel Anton Diskantist in Leoben, anschließend Schulgehilfe in Mariazell und Schüler von J. Widerhofer. 1822 wurde er Schulmeister, Mesner und Organisten in St. Marein im Mürztal/St. 1825 nahm er in Leoben die Stelle eines Chormeisters an. Nach dem Tod seines Onkels übernahm er provisorisch (bis Ende Oktober 1836) die Thurnermeisterstelle, wurde dann aber nur als Stadtorganist und Choralist angestellt.
Lit: H. Federhofer in Bll. f. Heimatkunde 23 (1949); StMl 1962–66; H. Mittenhuber, Die Pfarrschulen u. die Anfänge der Volksbildung im Bezirk Mürzzuschlag bis 1869, Diss. Wien 1966; eigene Erhebungen.
ISch