Schreiber, Johann(Johannes)
* 12.11.1801 Nieder Lichwe/Böhmen (Dolní Libchava/CZ), † 7.7.1879 Görz (Gorizia/I). Musiker und Komponist.

Mit fünf Dienstjahren (wo er diese verbrachte, ist nicht bekannt) wurde er im November 1829 als Lehrer der 1. Klasse an der Hauptschule im Stift Admont aufgenommen, wo er bis zum 22.12.1831 unterrichtete. Nebenbei wirkte er im Stiftskirchenchor als Tenorsänger und als Gesanglehrer der Sängerknaben. Auf Antrag A. Hüttenbrenners wurde er 1831 als Gesanglehrer an der Schule des Musikvereins für Steiermark angestellt, leitete ab 1835 eine Gesangschule für Knaben und Mädchen getrennt und erzielte sehr gute Erfolge. 1834 bewarb er sich erfolglos um die ausgeschriebene Stadttürmerstelle (Thurner) in Leoben. 1842 wurde er als Dozent an der Scuola di musica civica provinciale di Gorizia angestellt, wo er die Leitung der Schulkapelle inne hatte; 1848 wurde er Leiter dieser Schule. Nebenbei war er Organist an der Chiesa Metropolitana di Gorizia.

Unklar ist eine Verbindung zu dem 1807–10 in Graz genannten Musiker und Domchoralisten Johann Sch. (* ca. 1755 [Ort?], † 15.1.1810 Graz).

W: Derzeitiger Stand (2005): Übungsstücke für zwei Soprane (1833), 1 Messe, kleinere Kirchenmusikwerke: Grabgesang/Trauer-Chor, Segenlied, 7 Tantum ergo, Offertorium, Graduale, Laudate Dominum, 3 Fastenlieder, 3 geistliche Gesänge.

Lit: StMl 1962–66; F. Bischoff, Chronik des Steiermärkischen Musikvereines. Fs. zur Feier des fünfundsiebenzigjährigen Bestandes des Vereines 1890; A. Arbo, Musicisti di frontiera. Le attività musicali a Gorizia dal Medioevo al Novecento 1998; K. Hubmann, Materialien zur Gesch. der Musikpflege im Zisterzienserstift Rein und in seinen Pfarren, Diss. Graz 1991; A. Seydler in KmJb 15 (1900); eigene Recherchen.

ISch